Wo Wohnraum fehlt und wie der Verkehr läuft

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Richard Burger

Was die Fraktionsvorsitzenden zu den Themen Wohnraum und Verkehrsentwicklung sagen.

Oberkochen. Die Neuen Mitte ist fertig und kommt bei vielen gut an. Jetzt sollen in Oberkochen die nächsten Schritte angepackt werden. Wo die Fraktionsvorsitzenden des Gemeinderats ihre Prioritäten für die Stadtentwicklung sehen?

Richard Burger (SPD): Unsere Fraktion sieht die Prioritäten in einer Verkehrsberuhigung im Bereich zwischen Bahnhofstraße und der katholischen Kirche; dabei sollen die in Gebäude auf der gegenüberliegenden Straßenseite einbezogen werden. Ebenso wichtig ist in diesem Bereich die Schaffung von bezahlbaren Wohnungen und Geschäftsräumen – bis zum ehemaligen Elektra-Gebäude. Erst dann ist die Neue Mitte von der Scheerer-Mühle bis zur Bahnhofstraße fertig. Als Fernziel sollte das Gewerbe-Areal in der Bahnhofstraße nicht außer Acht gelassen werden.

Rainer Kaufmann (CDU): Zeitnah sollte nun die Wiedereröffnung des "Lamms" erfolgen. Hier wird derzeit geprüft, wie die ehemalige Metzgerei in das Konzept integriert werden kann. Es besteht die Möglichkeit, dass Mustafa Özbey auch hier als Pächter gewonnen werden kann. Durch eine verdichtete Bauweise in innerstädtischen Bereichen könnten Einsparungen am Verbrauch von Außenflächen erreicht werden. Würde man zum Beispiel höhere Bauwerke oder weitere Vollgeschosse im Dachausbau zulassen oder die Gauben-Ordnung überarbeiten, könnte als Resultat mehr Wohnraum generiert werden. Ich verweise auf die beiden Anträge der CDU-Fraktion. Letztlich geht es auch darum, dass im Sinne des aktuellen Mobilitätspakts mehr Pendler zu Einwohnern werden und nicht die Verkehrsinfrastruktur belasten.

Bernd Kresse (Freie Bürger): Wir sehen die Prioritäten für die weitere Innenstadt-Entwicklung in erster Linie in einer konkreteren gemeinsamen Zukunftsplanung, wie wir das schon in der Haushaltsrede vorgeschlagen haben. Diese Planung muss aufzeigen, wie die Innenstadt in 20 Jahren aussehen soll, welche Ankäufe und Einigungen dazu nötig wären und was sich generell realisieren lässt.

Das gehört zu einem Zukunftskonzept für das Gesamtgebiet – inklusive Wohnbebauung – von der Aalener Straße 23 bis zum Ende des Bäuerle-Areals. Wichtig ist auch die Verkehrsberuhigung, das betrifft vor allem den Lkw-Verkehr und die Geschwindigkeit, ohne den Verkehr generell aus der Stadt zu verbannen.

Dr. Joachim Heppner (Bündnis 90/Die Grünen): Die Stadt muss durch Überarbeitung der Bebauungspläne endlich die Rahmenbedingungen für die Innenstadtentwicklung schaffen. Dabei sollte der Schwerpunkt auf Mehrgeschoss-Wohnungsbau gelegt werden. Den Bedarf an zusätzlichen Flächen für Einzelhandel und Gastronomie halte ich für begrenzt. Darüber hinaus muss der Entwicklung der gesamten Stadt wieder mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden. Akuten Bedarf sehe ich bei einer umweltgerechten Modernisierung der öffentlichen Beleuchtung nach dem Vorbild der "Sternenstadt" Fulda sowie in der Erarbeitung und Umsetzung eines Verkehrskonzepts, das barrierefreie Fußwege, mehr Sicherheit für Radfahrer und häufigere und bessere ÖPNV-Verbindungen beinhalten sollte.

Rainer Kaufmann
Bernd Kresse

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