Zwei bestens harmonierende Kommunen

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Interkommunaler Austausch auf der Schwörz: Die Gemeinderäte von Oberkochen und Essingen arbeiten Seite an Seite und sind in engem Dialog. Foto: ls
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Seit Jahrzehnten treffen sich die Gemeinderäte von Oberkochen und Essingen zum Austausch.

Oberkochen. Bevor man sich bei den Schuhbauers zum geselligen Austausch und den obligaten Neuigkeiten aus den Gemeinden traf, stand die Besichtigung des Sportzentrums in der Schwörz auf dem Plan.

Für den erkrankten Oberkochener Schultes Peter Traub begrüßte sein Stellvertreter Richard Burger die Essinger Delegation mit Bürgermeister Wolfgang Hofer an der Spitze. Stadtbaumeister Johannes Thalheimer führte durchs Mammut-Bauwerk Sportzentrum – in der künftigen Sporthalle gab´s das obligate Gruppenbild.

Die Essinger Gäste zeigten sich bei der Führung beeindruckt von den imposanten Zahlen und Fakten. „Noch zwölf Monate wird gebaut, dann kann das Bauwerk mit gemeinsamem Foyer eröffnet werden“, sagte Thalheimer.

Zirka 33 Millionen Euro wird es kosten, es wird die in Oberkochen so gewünschte 25 Meter-Bahn geben und auch die Tauchsportler bekommen ihr Domizil bei einer idealen Wassertiefe von 3,50 Meter. Thalheimer geht auf die Details der Bauphysik ein und verspricht jetzt schon eine angenehme Atmosphäre, weil der Schallpegel niedrig sein werde.

67 Kilometer Elektroleitungen wurden verlegt, eintausend Tonnen Stahl verbaut, die drei Becken haben ein Fassungsvermögen von 800 Kubikmeter. Das Massagebecken ist zum Rodstein hin öffenbar, eine Alternative zum lang diskutierten Außenbecken. Im Kinderbecken wurden vom Architekten die Flussläufe des Schwarzen und Weißen Kochers nachgebaut. Der Stadtbaumeister geht auf die künftige Nahwärmeversorgung mit einer Zentrale beim städtischen Bauhof ein.

Viel vor in Oberkochen

Im Naturfreundehaus haben die Wirtsleute ein leckeres Buffet zubereitete. Richard Burger skizziert die baulichen Highlights der Kocherstadt. Nicht außen vor lässt er die „harmonischen Bande unserer beiden Kommunen.“ Im Gewerbegebiet Süd, dem künftigen Domizil der Firma Hensoldt, werde mit der Bodenplatte begonnen, demnächst beginne man auch mit den Bauarbeiten fürs künftige Blaulichtzentrum und für ein weiteres Großprojekt mit Sozialstation und 44 Wohnungen im Uhlandweg sei der Startschuss gefallen.

In die Zukunft blickend wies der stellvertretende Oberkochener Bürgermeister auf die geplante Außenstelle des Fraunhofer-Instituts für die Glasfaser-Forschung in Oberkochen hin, wobei sich eine direkte Anbindung ans Hensoldt-Gelände anbiete.

Essingen nimmts sportlich

Essingens Bürgermeister Wolfgang Hofer gab sich in seiner Rede gewohnt locker-flockig. Mit den ganz großen Zahlen und Projekten könne Essingen natürlich nicht mithalten, „aber wir sind zufrieden und haben auch einiges bewegt“, so Hofer, der hinzufügte: „Wir leben doch alle auf einem hohen Level und leider jammern viele Menschen auf hohem Niveau.“

Die dreizügige Gemeinschaftsschule floriere, der erste Bauabschnitt der B 29 sei im Frühjahr 2023 fertig und es werde nahtlos mit dem zweiten begonnen. Die Baukonjunktur beruhige sich derzeit spürbar, aber Gemeinderat und Verwaltung hätten mit vorausschauenden Flächenkauf dafür gesorgt, dass auch in Zukunft wieder in Essingen gebaut werden könne.

Augenzwinkernd fügte er hinzu: „Das sonnige Essingen hat dann vielleicht auch ein paar Bauplätze für Oberkochen übrig.“ Man bleibe in Essingen bescheiden und rücke wie gewohnt eng zusammen, und überhaupt: „Zwischen Essingen und Oberkochen ist eine tolle Freundschaft gewachsen“, betont Hofer.⋌⋌⋌

⋌Lothar Schell

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