14 Quadrate folgen auf den zweiten Blick

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Joachim Haller mit der Neuerwerbung im Prediger.
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Die Sammlung Gegenwartskunst im Museum Schwäbisch Gmünd wurde erweitert.

Schwäbisch Gmünd. Nein, niemand muss an seinen Rechenkünsten zweifeln, der das Werk „30 Quadrate“ von Bettina Bürkle im Museum Schwäbisch Gmünd sieht. Auf den ersten Blick lassen sich nur 16 farbige Quadrate ausmachen. Die weiteren 14 Quadrate zeigen sich erst, wenn man sich mit dem Bild genauer beschäftigt. 

Die Neuerwerbung bereichert seit wenigen Wochen das Museum im Prediger, war möglich durch ein Förderprogramm des Landes. Nichtstaatliche Museen konnten sich bewerben, um Arbeiten von Künstlerinnen oder Künstlern aus dem Südwesten zu erwerben. Als Dauerleihgabe bleiben sie dem jeweiligen Museum erhalten.

Bettina Bürkles Werk – sie war jüngst zusammen mit Klaus Illi mit der Ausstellung „Paradise Lost“ in der Galerie im Prediger vertreten – ist so plakativ wie geheimnisvoll. Die 16 leicht schräg in einem Metallrahmen platzierten Quadrate aus Acrylglas sind eine Einladung an Kunstinteressierte, Farbe bewusst als dynamische Kraft wahrzunehmen. Dann erschließen sich die weiteren Quadrate. Oben links, oben rechts, unten links und unten rechts bilden je vier Farben weitere Quadrate. Das lässt sich mit drei mal drei Farben fortführen, am Ende ist das komplette Bild ein weiteres Quadrat.

Das Spektrum reicht von kräftigen Buntfarben über zarte Pastelltöne bis zu einem dunklen Graulila. „Aus der Wechselwirkung entwickeln die Farben neue Wertigkeiten“, sagt Joachim Haller, stellvertretender Museumsleiter. Die Farbfelder drängten sich optisch vor und zurück, geraten scheinbar in Bewegung, während das Auge des Betrachters zwischen Gesamtansicht, Einzelfeldern und Feldgruppen hin- und her springt. 

Der Etat für Ankäufe ist bei vielen städtischen Museen überschaubar. Das Museum im Prediger verfügt gewöhnlich über einen niedrigen fünfstelligen Betrag. Um die Sammlung auf dem aktuellen Stand zu halten, kommen staatliche Förderprogramme entgegen. Baden-Württemberg hat jetzt fürs ganze Land zusätzlich 200 000 Euro bereitgestellt.

⋌Kuno Staudenmaier

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