Aalener Jazzfest: Wo Thomas D. auf Melody Gardot trifft 

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Thomas D. und The KBCS kommen zum Aalener Jazzfest.
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Eine Ausstellung und besondere Klangerlebnisse ergänzen das Jazzfest. Warum in diesem Jahr wieder ausschließlich in der Stadthalle gefeiert wird.

Aalen

Den kenn ich doch. Das dürften sich diejenigen, die genau hinschauen, nicht nur denken, wenn sie auf das Bild mit den vier Männern schauen. Richtig: der in der Mitte ist Thomas D., Mitglied der Hip-Hop-Band Die Fantastischen Vier und einer der Topacts beim Aalener Jazzfest. Zu erleben ist Thomas D. auf der Bühne der Stadthalle Aalen zusammen mit der Formation The KBCS am Freitag, 4. November. Zu temporären Stars mit Wiederkennungswert im Sinne von „den oder die kenn ich doch“ werden von den Jazzfestmachern des Vereins Kunterbunt auch diejenigen, die seit vielen Jahren im Hintergrund die Strippen ziehen. Ab Montag, 17. Oktober, werden Schwarz-Weiß-Fotografien auf grobkörnigem Papier in der Größe von 2,50 auf 3,60 Meter von ihnen der Aalener Innenstadt und an prominenten Straßen ein neues Gesicht geben. Inszenierungen des Hamburger Fotografen Friedrun Reinhold, der auch einige Jahre in Aalen arbeitete. 

Verborgenes sichtbar machen

„Damit haben wir eine wirklich schöne Ergänzung, die über das Programm hinausgeht“, sagt der künstlerische Leiter des Aalener Jazzfestes Ingo Hug. Geplant habe man die Aktion schon länger, doch Corona habe dann einen Strich durch die Rechnung gemacht. Zum 31. Geburtstag des Festivals hat es nun geklappt. Die Fotos sind bereits gemacht. „Wenn dann das Jazzfest läuft, werden sie jede Nacht ersetzt mit Bildern der Künstlerinnen und Künstler, die beim Jazzfest auftreten“, so Hug zum Konzept der Ausstellung im öffentlichen Raum. Details, die sonst im Verborgenen geblieben wären, sollen damit sichtbar gemacht werden, Horizonte erweitert und neue visuelle Welten erschlossen werden - denn darum gehe es auch bei der Jazzmusik und alle ihren Formen, so Hug. 

Ob nun aber die US-amerikanische Sängerin, Pianistin und Gitarristin Melody Gardot, der es mit einem Mix aus Jazz, Blues, Swing und Folk gelingt, auch vor großem Publikum eine intime Atmosphäre zu schaffen (Samstag, 5. November) oder zum Auftakt der Finne Iiro Rantala und Jacob Karlzon - zwei mitreißende Pianisten aus dem Norden (Mittwoch, 2. November) - das Jazzfest wird ausschließlich in der Aalener Stadthalle steigen. Der ursprüngliche Plan, auf den Kulturbahnhof auf dem Stadtoval zur Spielstätte zu machen, hat sich zunächst einmal zerschlagen. Nach einem Konzert im Juli als Feuerprobe habe man gemerkt, dass das zumindest für das Jahr 2022 nicht möglich ist, wie Ingo Hug erklärt. Mit zwei kleinen Künstlergarderoben ohne Waschbecken und Tageslicht seien die Kapazitäten dort momentan nicht ausreichend, ohne den Verein finanziell noch mehr zu belasten. „Wir wissen, dass wir in der Stadthalle vernünftig produzieren können“, so Hug. „Jede weitere Baustelle, die wir aufmachen, kostet Geld.“ Momentan, wo man um den Verkauf jeder Eintrittskarte kämpfe, sei das aber nicht möglich. Die Tendenz der Kartenverkäufe entwickele sich gut, so Hug. Luft nach oben gebe es aber noch genügend. „Alles, was in Deutschland gerade neu verkauft werden muss, schleppt sich etwas“, weiß der Jazzfestmacher durch seine Kontakte zu anderen Festivals. Melody Gardot etwa trete im Wiener Konzerthaus gleich zweimal auf - ein Abend ist bereits ausverkauft - anders als auf der Ostalb. 

Klangwelten erleben

Was den Verein Kunterbunt aber nicht den Wind aus den Segeln nimmt. Zusätzlich zu der Fotoausstellung gibt es für die Musikfans innerhalb des Programms noch ein weiteres akustisches Erlebnis, das neue Horizonte erschließen soll. Die weltweit tätige Backnanger Firma d+b audiotechnik wird am Mittwoch, 2. und Donnerstag, 3. November, mit ihren „Soundscape“-Klanglandschaften vor Ort in der Stadthalle sein - ein System, das weltweit in Opernhäusern, Konzertsäle und Festivals eingesetzt wird. „Es verschafft einen Rundum-Hörgenuss“, sagt Ingo Hug dazu. Vermutlich einen, den man noch gar nicht kennt. 

Das Festival in Kürze - Ermäßigungen für junge Fans

Mittwoch 2.11., 19 Uhr, IiroRantala und Jacob Karlzon Trio: 19 Uhr; 39 (erm. 20) Euro. 

Donnerstag 3.11., 19 Uhr, Marialy Pacheco & Omar Sosa, Harold Lopez Nussa Trio: 39 (erm. 20) Euro. 

Freitag, 4. 11., 19 Uhr, Jazzanova, Thomas D. and The KBCS, Kraak & Smaak: 59 (erm. 29) Euro. 

Freitag, 4.11., 21 Uhr, Simon Oslender Trio, Jeff Cascaro, 45 (erm. 23) Euro

Samstag, 5.11., 19 Uhr, Frank Chastenier, Melody Gardot. Kat. 1: 75 Euro,Kat. 2: 65 Euro, (erm. 30 Euro). 

Freitag, 5.11.,Zuco 103, Ben l'Oncle Soul, 22 Uhr (ehemaliges Restaurant), 49 (erm. 25) Euro). 

Ermäßigung ist gültig bis einschl. 29 Jahre. Alter wird am Einlass durch Ausweiskontrolle überprüft.

Der Hamburger Fotograf Friedrun Reinhold bei der Fotosession in Hugs Weinkontor mit zwei Machern hinter den Kulissen: Chrissi Schaal und Michael A. Lenz.
Die US-amerikanische Sängerin Melody Gardot ist der Topact 2022.

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