Abstrakte Fotografie fordert heraus

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Ursula Maier stellt im Landratsamt aus. Foto: Peter Hageneder
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Werkausstellung mit Grafik von Ursula Maier am Donnerstag im Landratsamt Aalen eröffnet.

Aalen. Das Auge sieht schwimmende Farben, aufgelöste Strukturen, sieht Schönes, Schrundiges. Das Hirn weiß, es sind Fotografien, und sucht nach Erkennbarem, Dechiffrierbarem. Neben den Bildern Schilderchen mit Ortsangaben und anderen konkreten Etiketten: „New York, Times Square“, „Munich“ (eins bis drei), Gräser, Kamille, Zwillinge, Wassertropfen. Aber auf dem Weg von der Kamera (Nikon Vollbild) zum Bild ist der Bezug zur identifizierbaren Gegenständlichkeit wegabstrahiert worden. Der Anschauer ist der Reduktion auf Farbe und Struktur ausgeliefert, lässt sich auf die unbekannte Oberfläche aus der Tiefe ein – und genießt. Die Bilder von Ursula Maier sind attraktiv, manche an der Grenze zum Dekorativen, alle geheimnisvoll, manche von mystischer Kraft.

Die Eröffnungsfeier im Foyer des Kreishauses begann mit Gesang und Saxophonklang aus dem Treppenhaus, Norbert Botschek umgarnte die gut einstündige Vernissage mit sehr eigenen, ausgefeilten Interpretationen im Wechsel von Gesang und Saxophon. Landrat Dr. Joachim Bläse gestaltete seine Begrüßung in forciertem Ton und mit viel kulturphilosophischen Begründungen der Bedeutung der Kunst in der Region und ihrer Pflege als kommunale Aufgabe.

Wolfgang Nußbaumer lieferte in seiner Vernissagerede noch mehr intellektuelles Niveau. Er stellte das Werk von Ursula Maier in internationalen Kontext und beschrieb die „betörende, verstörende Abstraktion“ ihrer Kunst, in der das „Mysterium der Verwandlung des Profanen in Kunst“ zu erkennen möglich sei. Rainer Wiese

35 Werke sind zu sehen. Eine Preisliste liegt aus. Die Ausstellung ist bis zum 8. Juli im Landratsamt Aalen zu sehen. Öffnungszeiten sind montags bis mittwochs von 8 bis 16 Uhr, donnerstags bis 18 Uhr, freitags bis 12:15.

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