Anna Habermehl: Nach Hamburg, Wien und Buenos Aires nun Aalen

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Anne Habermehl inszeniert in Aalen "Automatenbüfett".
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Die Autorin und Regisseurin inszeniert am Theater der Stadt Aalen "Automatenbüfett" von Anna Gmeyner.

Anne Habermehl.

Aalen

Die freischaffende Regisseurin und Autorin Anne Habermehl, die eigentlich in Berlin und München lebt, hat für zwei Monate ihre Zelte in Aalen aufgeschlagen. Nichts Ungewöhnliches für die 41-Jährige. „Man arbeitet überall“, sagt sie. Überwiegend ist sie gerade an den Münchner Kammerspielen beschäftigt, weitere Aufenthalte führten sie nach Hamburg, Gera, Buenos Aires und Wien, als Hausautorin am Schauspielhaus.

Was führt sie nun nach Aalen? Anne Habermehl inszeniert hier das Stück „Automatenbüfett“ von Anna Gmeyner. Es ist die erste Premiere des Theaters im neuen Jahr, die am 14. Januar im Kulturbahnhof auf die Bühne kommt.

Habermehl hat Szenisches Schreiben an der Universität der Künste   Berlin studiert sowie Regie an der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg. Ihre Stücke – insgesamt elf – sind im Rowohlt Theater Verlag erschienen und wurden mehrfach zu den Autorentheatertagen eingeladen. Die Idee, in Aalen zu inszenieren, kam über den Intendanten Tonio Kleinknecht zustande. „Wir hatten uns für eine gemeinsame Arbeit entschieden“, sagt die Autorin. Das Stück habe sie aber selbst ausgewählt. Es sollte weder Königs- noch Großstadtdrama sein. „Ich habe nach einem Volksstück gesucht.“ In der Zeit der 30er Jahre sei sie dann „hängengeblieben“, bei dem Stück „Automatenbüfett“.

Worum geht es darin? Das „Automatenbüfett“ im Wirtshaus von Frau Adam zieht das kleinstädtische Publikum an, erfolgreiche und weniger erfolgreiche Gäste fechten hier ihre Interessen aus. Als Frau Adams Gatte eine junge Frau vor dem Ertrinken rettet und als neue Servierkraft anstellt, gerät die soziale Ordnung aus den Fugen.

Das Stück spielt in den 1930er Jahren. „Die Welt stand damals politisch auf der Kippe“, sagt die Autorin, „das ist für mich die größte Parallele zum Jetzt.“ Der aufkommende Faschismus und was danach geschah sei damals schon in die Literatur der Zeit eingeschrieben worden, ergänzt sie. Eine Welt, die nach rechts driftet, eine Gesellschaft, die in die Radikalisierung kippt – das beschäftigt Habermehl auch aktuell und ist quasi die Hintergrundfolie der neuen Produktion.

Wie Menschen sich gegenseitig benutzen und wie Macht in Beziehungen funktioniert, das will die Regisseurin auf der Bühne zeigen. „Menschen sind Automaten in ihrem eigenen Dasein, extrem mit sich selbst beschäftigt, während große politische Entscheidungen getroffen werden.“

Für die Aufführung in Aalen hat Anne Habermehl das originale Figurenpersonal von 20 auf 5 Schauspieler und Schauspielerinnen reduziert. Ein Stück zu bearbeiten gehe ihr relativ leicht von der Hand, sagt sie. „Wenn ich ein eigenes Stück schreibe, dauert es ein Jahr oder länger.“ Seit fünf Wochen sei man am Einstudieren. Derzeit noch auf der Probebühne im KubAA, ab Jahresanfang dann im Theatersaal.

Premiere von „Automatenbüfett“ ist am Samstag, 14. Januar, 20 Uhr im KubAA.

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