Ausstellung im Gmünder Prediger: Die Sprache des Kopffüßlers

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Philipp Messners Großskulptur „Globo“ im Prediger Schwäbisch Gmünd. Im Bild (von links) Dr. Max Tillmann, Joachim Haller und Philipp Messner.
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In der Galerie im Prediger stellt der Münchner Philipp Messner aus. Eine Präsentation in drei Teilen.
 

Er wirkt furchteinflößend, vielleicht auch clownesk und überblickt mit seinen stattlichen vier Metern Größe den Innenhof des Predigers in Schwäbisch Gmünd. Die Großskulptur „Globo“ ist Teil der neuen Ausstellung in der Galerie im Prediger. Der in München lebende Künstler Philipp Messner zeigt sein Werk ab Sonntag und überschreibt es mit „eating harmony“. Messner ist in Schwäbisch Gmünd kein Unbekannter. Museumsleiter Dr. Max Tillmann und sein Stellvertreter und Kurator der Ausstellung, Joachim Haller, kennen ihn längst. Besuchern der Ausstellung „The Last Unicorn“ im Prediger-Museum haben ihn noch in Erinnerung mit einer Installation aus veredelten Bauträgern.

Eine Installation ist auch der Hingucker der neuen Ausstellung. Philipp Messner hat sie wie schon die Skulptur eigens für die Ausstellung in Schwäbisch Gmünd entwickelt und realisiert. Da bilden Carrara-Marmorplatten eine simulierte Landschaft. Darauf Schläuche, Regler, 3D-gedruckte zungenartige Objekte. Joachim Haller: „Vernetzung und Verbindung, Fluss und Austausch sind das Thema. Symbolisch zugespitzt durch die Zungenobjekte, die auf die Zunge als primäres Organ der verbalen Kommunikation anspielen.“ Der Künstler denkt dabei an die Natur, „in der alles mit allem vernetzt und verbunden ist“.

Beim Blick auf die Nordwand der Galerie sucht das Auge nach Halt, in einer Serie von zehn noch nie gezeigten Papierarbeiten verschwimmen Linien zu Formen und „erinnern vielleicht an das Wischen über die Oberfläche eines Smartphones“, so Philipp Messner. Der Künstler schafft einen Zwitter aus Zeichnung und dreidimensionalem Objekt. Dazu bringt er seinen Zeigefinger ins Spiel. Kopiert und zigfach in Gips modelliert, farblich an die Zeichnungen angepasst, könnte es auch der erhobene Zeigefinger sein, der im Bild haftet. Ein „Hinterfragen menschlicher Wahrnehmung“ ist es für Joachim Haller.

„eating harmny“ gibt’s nur im Dreierpack. Dazu zählt die Skulptur „Globo“, ein Kopffüßler, der seine Ästhetik im Sonderbaren findet. Das Bein, das aus der Zunge wächst. Kopf, Beine und Füße gehen undefiniert ineinander über. Ist das noch Kopf oder schon Körper. Skulptur oder Bild. Der Künstler lässt es offen, nimmt Kunstinteressierte mit auf eine Reise der Selbsterkundung.

Philipp Messner (46) ist in Bozen geboren, studierte bei Michelangelo Pistoletto an der Akademie der Bildenden Künste in Wien und der Ècole nationale supérieure des Beaux-arts in Paris. Seine Werke sind in privaten und öffentlichen Sammlungen vertreten, unter anderem in der Pinakothek der Moderne in München, in Waschau, Bozen und Wien. Der Künstler lebt und arbeitet in München.
 
Die Ausstellung „eating harmony“ des Künstlers Philipp Messner wird am Sonntag, 20. Juni, um 11 Uhr im Rahmen einer Matinee im Beisein des Künstlers im Prediger Schwäbisch Gmünd eröffnet. Zu sehen sind die Arbeiten bis zum 22. August. Für die Matinee ist eine Anmeldung erforderlich unter Tel. (07171) 6034131.

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