Beseelt vom Geist der Pariser Jahre

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Werke von Jakob Wilhelm Fehrle sind im Prediger in Schwäbisch Gmünd ausgestellt.
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Werke von Jakob Wilhelm Fehrle im Museum Prediger in Gmünd.

Schwäbisch Gmünd

Mit offenen Sinnen für das Neue. So ist die neue Ausstellung überschrieben, die am Freitag im Museum Schwäbisch Gmünd im Prediger eröffnet wird. Es geht um Jakob Wilhelm Fehrles Pariser Jahre, um einen Gmünder Künstler, der internationale Kunst einverleibt hat, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit den Großen der Szene unterwegs war.

Das Atelier, ein Kleinod

Für Museumsleiter Dr. Max Tillmann und Dr. Martin Pozsgai, Kurator der Werkschau, nicht weniger bedeutend: das noch in Schwäbisch Gmünd existierende Atelier. „Ein Kleinod“, sagt Max Tillmann. Es könnte in der Stadt für die Kunst eine ähnliche Funktion einnehmen wie das Silberwarenmuseum Ott-Pauser‘sche Fabrik für die Edelmetallbranche. Das Atelier des 1974 verstorbenen Fehrle zeigt sich so, als wäre der Künstler nur mal kurz weg. Staffeleien und Farben sind noch am ursprünglichen Ort. Die Ausstellung soll darauf aufmerksam machen und Ideen kanalisieren, wie ein solcher Ort für die Zukunft erhalten werden kann. Ein Arbeitskreis beschäftigt sich intensiv damit, weiteres bürgerschaftliches Engagement könnte das Thema voranbringen.

Die Ausstellung im Prediger-Museum greift die vielleicht aufregendsten Jahre des Künstlers auf, der von 1911 bis 1914 in Paris weilte. Im Mittelpunkt des ersten Ausstellungsraums steht zunächst Fehrles künstlerische Entwicklung bis 1910. Einer Ausbildung als Ziseleur folgten Jahre in Berlin und München, wo er an den Kunstakademien studierte und künstlerische Erfahrungen durch die Mitarbeit in Künstlerateliers sammelte. 1909 arbeitete er in Rom. Ausgewählte, in diesen Jahren entstandene Werke, verdeutlichen die Bandbreite der von ihm bis 1910 erprobten künstlerischen Techniken.

Mit spektakulären Neufunden beleuchtet das zweite Kapitel der Ausstellung Fehrles Arbeit in der französischen Hauptstadt. In Paris studierte er im „Weltmuseum Louvre“, wie er die damals bedeutendste Kunstsammlung nannte. Er arbeitete er mit Aristide Maillol und Auguste Rodin zusammen und lernte Künstlerkollegen wie Wilhelm Lehmbruck, Pablo Picasso und Paul Cézanne kennen. Und in Paris fand er zu einer eigenen, charakteristischen Formensprache. „Ich habe mich selbst gefunden“, schrieb Fehrle in einem Brief aus Paris 1913. Da sind Skizzenbücher und von Fehrle selbst zusammengestellte Fotomappen, in denen er seine in Paris geschaffenen Gemälde und Plastiken mit der eigenen Kamera dokumentiert hat. Besonders häufig malte er Badeszenen, die von entsprechenden Gemälden von Paul Cézanne angeregt und in der Ausstellung zu sehen sind.

Das dritte Ausstellungskapitel zeigt, wie tief Fehrle in den Dialog mit den Zeitgenossen eintrat und wie dieser Austausch sein späteres Schaffen formte. Von Lehmbruck übernahm Fehrle die sehr schlanken, fast schon vergeistigten Frauentypen. Die Orientierung an Maillol, bei dem er eine Zeit lang gearbeitet hatte, zeigt sich in weichen, runden Formen. Paris hat den Gmünder Künstler ganz besonders geprägt. Die dort gewonnenen Erfahrungen bekräftigten ihn, der sich nun in Schwäbisch Gmünd niedergelassen hat, darin, die Bildhauerei der Malerei vorzuziehen. Kuno Staudenmaier

Die Ausstellung wird am Freitag, 26. November, um 18 Uhr eröffnet. Es sprechen Museumsleiter Dr. Max Tillmann und Dr. Martin Pozsgai, Kurator der Werkschau. Achtung: Zugang zur Ausstellungseröffnung nur mit 2G-plus. Geimpfte und Genesene brauchen einen aktuellen Coronatest.

Werke von Jakob Wilhelm Fehrle sind im Prediger in Schwäbisch Gmünd ausgestellt.
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