Bilder mit einem Quäntchen Heiterkeit

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Malerei von Jessica Rühmann gibt es seit Donnerstag im Aalener Landratsamt zu sehen.
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Jessica Rühmanns abstrakte Werke sind im Landratsamt in Aalen ausgestellt.

Aalen. Die Aalener Grafikerin Jessica Rühmann bietet bei ihrer vor Kurzem eröffneten Ausstellung im Aalener Landratsamt Einblicke in ein munteres wie lebensfrohes Kunstverständnis.

Bei der Vernissage zeigt sich Landrat Dr. Joachim Bläse zu recht voll des Lobes, da die gezeigt Kunst das Potenzial habe, die Angst vieler Menschen vor der Kunst zu nehmen. Jessica Rühmann gibt ihren Bildern dafür eine gewisses Quäntchen Heiterkeit mit auf den Weg. Pastellene Farben, raumgreifende Flächen, kreisende Linien – die Kunst des Positiven scheint ihr Metier zu sein.

Was sie mit Acryl und Kreide in übereinandergeschichteten Konstellationen auf die Leinwand bringt, wirkt zwar zunächst aufgeräumt, doch durchaus auch ein wenig rätselhaft. Jedoch nur auf den ersten Blick. Beim zweiten greift des Betrachters Phantasie bereits ordnend ein, schafft sich so einen Weg zur eigenen Wertung, bei der eben nicht die Künstlerin die Richtung vorgibt. Jeder könne und solle diese selbst bestimmen, betont Jessica Rühmann.

Die Entstehung eines Bildes sei zwar ein höchst persönlicher schöpferischer Akt, ein teils langwieriger Prozess, dessen Ende indes nie ganz komme, der aber gleichwohl immer zu einem inhaltlichen Ergebnis führe. „Für mich ist dieses eindeutig und klar. Dennoch lege ich großen Wert darauf, dass jeder selbst einen individuellen Zugang zu einer eigenen Interpretation findet.“ Die Künstlerin gibt freilich gerne Hilfestellung, indem sie ihren Arbeiten hinweisende Namen verleiht: „Menschenkinder“, „Corona“, „Wasserlilie“.

Viel Leidenschaft legt Jessica Rühmann in ihre Kunst, gewährt ihr Zeit zu reifen, sich zu entwickeln, um so beim Betrachter ausnehmend positive Emotionen zu erzeugen. Dafür trägt sie Farbschicht um Farbschicht auf die Leinwand, übermalt bei Bedarf erneut, greift auch gerne mal zur Spachtel, um am Ende dem jeweiligen Kunstwerk mit dem Kreidestift das eigentliche Leben einzuhauchen. Mit Kreisen, Schnörkeln, Linien, stört sie den vermeintlichen Gleichklang der Flächen, hebt sie jedoch zugleich hervor, schafft Tiefe und Raum. Unruhe kommt mit ins Spiel, gleichwohldominiert Harmonie. Alles auffallend abstrakt, dennoch ein wenig figurativ. In den Arbeiten glaubt man viel zu erkennen, ohne Eindeutiges zu sehen. Von Jessica Rühmann so gewollt. Sie legt sich nicht fest, gibt nichts vor, ermöglicht dank ihrer poetischen Handschrift heitere Gedanken voller Hoffnungen und Träume. Herbert Kullmann

Die Werke sind bis 5. November im Landratsamt zu sehen.
Öffnungszeiten: Montag bis Mittwoch 8 bis 16 Uhr, Donnerstag 8 bis 18 Uhr, Freitag 8 bis 12.15 Uhr

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