BossHoss: Über lange Nächte, Spätzle und viel Vorfreude

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The BossHoss -das sind vor allem auch die Frontmänner, der gebürtige Heidenheimer Sascha Vollmer (r.) und Alec Völkel. Im August spielt die Band beim Open-Air im Brenzpark.
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Der gebürtige Heidenheimer kommt im August zum Heimspiel in den Brenzpark. Was die Fans erwartet und auf was sich Hoss Power freut.

Heidenheim

Musikstars aus der Region. Ja, die gibt es. Den einem fällt da vielleicht noch Cro ein, den anderen Sascha Vollmer, der gebürtige Heidenheimer, auch bekannt unter dem Künstlernamen Hoss Power, Sänger und Multiinstrumentalist bei The BossHoss. Vollmers Wurzeln sind tief vergraben in seiner Heimat, das wird im Interview vor dem Open-Air-Konzert mit The BossHoss in Heidenheim am Samstag, 27. August, im Brenzpark deutlich. Natürlich spielen auch Spätzle dabei eine Rolle. 

Ihr habt für diesen Sommer einen vollen Tourplan. Wie habt Ihr Euch fit gehalten in der Coronazeit?

Sascha Vollmer: Wir haben natürlich nicht getourt zwei Jahre lang und so lange waren wir auch nicht auf der Bühne. Aber wir waren musikalisch voll am Start, haben neue Songs geschrieben und aufgenommen. Jetzt proben wir natürlich vermehrt und sind fit, als hätte es nie eine Pause gegeben. Aber wir spielen auch keine Back-to-back-Tour, also nicht jeden Tag woanders. Die Konzerttermine sind meist begrenzt auf das Wochenende. Das bringt die Open-Air-Saison so mit sich. Unsere Leidenschaft ist der Motor, der uns antreibt, der Spaß an der Sache. Das ist keine Belastung, sondern ein großes Glück für uns. Von Arbeit kann keine Rede sein. 

„Black is beautiful“, so der Titel Eures aktuellen Albums, der Tour und eines Titels, in dem es um die Nacht geht. Wann hast Du denn zusammen mit Boss Burns Alec Völkel das letzte Mal eine Nacht durchgemacht? 

Das ist sehr lange her. Wir verbringen zwar sehr viel Zeit miteinander und auch bis in die Nacht, aber das muss nicht sein, ist aber in unseren Anfangszeiten schon vorgekommen. Wenn man von A nach B mit dem Tourbus fährt, dann wir es aber schon mal spät. Aber wir können ja länger schlafen. Soundcheck vor den Konzerte ist immer erst so gegen 16 Uhr. 

Was unterscheidet das Album „Black ist beautiful“ denn von den anderen Alben zuvor? 

Das Album kam 2018 raus und das ist schon wieder ziemlich lange her und wir arbeiten mittlerweile an einem neuen Album. Es gibt uns seit 2003, 2005 haben wir das erste Album herausgebracht und wir sind musikliebende Menschen, die gerne kommunizieren und auch gerne viele Einflüsse aufnehmen und in unsere Songs einfließen lassen. Von Album 1 bis jetzt 9 ist viel Experimentierfreude drin. Aber auch „Black is beautiful“ zeichnet sich durch den typischen BossHoss-Sound aus und ist die logische Fortsetzung - auch wenn wir gerne über den Tellerrand schauen und überraschen. Wir entwickeln uns, ohne unseren Pfad zu verlassen. Hätten wir uns aber ständig wiederholt, wären wir wahrscheinlich heute nicht mehr da. Das ist, denke ich, unser Erfolgsgeheimnis. 

Ihr engagiert euch gegen den Krieg in der Ukraine bei Sound of Peace. Warum gerade hier? 

Wir engagieren uns immer für Freiheit und Frieden, unsere Attitude, unsere Haltung, hat ja viel mit Freiheit zu tun. Im Moment haben wir das Extrem eines Krieges in Europa, das ist ein Riesenschock. Wir können das nicht ignorieren und weitermachen, als sei nichts. Wir müssen unseren Beitrag leisten. 

Das Konzert in Heidenheim ist eine Art Heimspiel – wie fühlt sich das an?

Da ist man anders zugegen. Ich habe nur eine Heimat, da wohnen meine Eltern und ich besuche sie an dem Tag auch. Obwohl ich seit 24 Jahren in Berlin lebe, bin ich in Heidenheim musikalisch groß geworden. Ich sage der Band, wenn wir in Heidenheim oder anderswo in Süddeutschland spielen, dann müsst ihr euch besonders anstrengen. Wir fahren ins Ländle, da will ich glänzen und gut auftreten. 

Freunde und Verwandte kommen auch?

Ja, wir sind immer noch gut vernetzt, auch wenn die Freunde von einst auch nicht mehr alle in Heidenheim leben und es weniger geworden sind. Und meine Eltern kommen, wie immer, wenn wir südlich von Frankfurt spielen. Die Reisen dann immer an. Andersrum bin ich dann auch bei ihnen, manchmal auch mit der Band zum Café.

Und was ist mit den Spätzle?

Die gibt es natürlich in Berlin auch, aber das ist nicht das Gleiche wie bei Muttern. Die schwäbische Küche ist unschlagbar, auch die Band freut sich darauf. Auch das Bier ist im Süden besser. Das ist ja eigentlich kein Geheimnis. 

Mit was werdet Ihr Eure Fans in Heidenheim überraschen? 

Grundsätzlich ist es ja die Tour von vor zwei Jahren, aber keine reine „Black is beautiful“-Tour, sondern auch ein Best-of der vergangnenen 20 Jahre. Wir haben unsere Highlight-Songs zusammengeschmissen. Und ab dem 15. Juni gibt es dann auch das neue Album „Electric Horseman“. Also wird es bekannte BossHoss-Songs zu hören geben, aber auch neue. Wir sind total heiß drauf, es gab vorher nicht einmal die Situation, dass wir solange nicht auf der Bühne waren. Wir können gar nicht glauben, dass es wieder los geht. Die Vorfreude war wohl nie größer. 


Karten gibt es online ab 58,40 Euro unter www.reservix.de und bei allen weiteren bekannten Vorverkaufsstellen. Ticket Hotline (07321) 347 1.

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