Bravorufe für das Werk von Jonathan Rhys Thomas

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Reger Zuspruch für die Premiere von „Covidnatus“ von Jonathan Rhys Thomas. Foto: Jan-Philipp Strobel
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Dirigent des Kammerorchesters Rosenstein feiert mit dem Klangkörper Uraufführung von „Covidnatus“.

Heubach. Das Open-Air-Konzert mit dem Kammerorchester Rosenstein stand ganz im Zeichen von Corona. „2020 – Covidnatus“ heißt das Werk von Jonathan Rhys Thomas, das am Samstag uraufgeführt wurde, dirigiert vom Komponisten persönlich.

Das Wetter ist perfekt für Open Air, der Zuspruch groß. Geschätzt 500 Besucherinnen und Besucher haben sich auf dem Platz vor der Silberwarenfabrik eingefunden und genießen, mit einem Getränk in der Hand, die Abendsonne im Rücken, zunächst Musik aus Film und Musical.

Zum Ankommen gibt’s „Gonna fly now“ aus dem Film „Rocky“, gefolgt von Melodien aus „James Bond“ im warmen Streicherklang. Trommelschläge rufen zum Kampf im nächsten Stück: „Music from Gladiator“, der Soundtrack von Hans Zimmer zum Film. Das Kammerorchester, ordentlich verstärkt durch Bläser und Perkussion, inszeniert gewaltige Klänge und lyrische Momente. Und kann auch fetzigen Rock’n Roll, wie es mit „Roll over Beethoven“ beweist.

Dieter Hahn am Mikrofon führt durchs Programm und sorgt mit skurrilen und witzigen Texten für so manchen Lacher.

Nach der Pause dann die Uraufführung von „2020 - Covidnatus“. Das Stück ist während der Pandemie entstanden und reflektiert das innere und äußere Geschehen, wie Jonathan Thomas einleitend erzählt, bevor er den Dirigentenstab hebt.

Keine 20 Minuten dauert das kurzweilige Werk, das in zehn Sätzen den Verlauf der Pandemie hörbar macht, unverkennbar inspiriert von Filmmusik. Ein vielstimmiges „Natus“, eindringlich gesprochen und gerufen, kündigt die Entstehung des zerstörerischen Virus an, schnelle Läufe in den Holzbläsern die rasante Verbreitung über den Globus. Bedrohlich klingen die Schläge der Pauke. Die Musik kommt zur Ruhe: „Lockdown“. Strahlende Blechbläser verbreiten Optimismus, doch wieder heißt es „Back home“. Leise Töne von Oboe, Flöte und Violine dominieren. Wut kommt auf und Klage. Schließlich ein fulminantes, rhythmisch anspruchsvolles Finale: „Lifes“ drückt Lebensfreude pur aus. Bravorufe und begeisterter Beifall für den Komponisten und Dirigenten Thomas und sein Orchester, das dieses herausfordernde Stück prächtig gemeistert hat.

⋌Beate Krannich

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