Das hohe Lied der Erde

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Ausstellung bilderDenken von Alfred Bast

Die mit Spannung erwartete Ausstellung von Alfred Bast mit dem Titel „„BildERDEnken“ ist eröffnet und führt die Besucherinnen und Besucher an zwei Ausstellungsorten in Basts Bilderwelt.

Aalen

Über Alfred Bast zu reden sei „wie Quitten in die Streuobstwiese tragen“, hat Landrat Dr. Joachim Bläse beim zweiten Teil der Vernissage zur Ausstellung an zwei Orten Donnerstagabend im Landratsamt gemeint. Der Maler aus Hohenstadt ist tatsächlich bekannt wie ein bunte Hund.

Mit seinem Quittenvergleich hat Bläse indes mitten in das über 50-jährige Schaffen des Künstlers getroffen. Nicht nur, weil die gelbe Frucht ein zentrales Motiv von Alfred Bast ist. Sie steht für seine Auseinandersetzung mit der belebten und unbelebten Natur im Wandel der Jahreszeiten, mit dem Werden und Vergehen. Mit dem Dasein und dem So-Sein. Immer unter dem Aspekt der Veränderung gedacht.

Logischerweise beginnt der kreative Prozess bei ihm zwar mit der Weltwahrnehmung, vom Ästchen bis zu kosmischen Konstellationen. Um sie sich anzueignen, beschreitet er den umgekehrten Weg. Er beschreibt ihn so: „Zeichnen und Malen von innen nach außen, von der Leere zur Form, von den unsichtbaren Kräften zur sichtbaren Gestalt. Das schöpferische Spiel vom leeren Grund zum Bild.“

Exemplarisch zu betrachten auf den 31 Arbeiten „Aus gleichem Grund - vom Gewebe des Lebendigen“. Ursprünglich für eine Ausstellung in Indien gedacht, die Corona verhindert hat, werden sie in der Rathausgalerie zum ersten Mal gezeigt. Vom leeren Jutegrund hin zu mannigfaltigen Bilderzählungen.

Sie sind Konkretisierungen aus den Skizzen, die er mit Texten begleitet in den 42 Werkbüchern in „Das Kleine Großprojekt“ mit Reclam-Universal-Notizbüchern von 2012 bis 2019 festgehalten hat. Stilistisch zählen dazu die 16 Bilder und Texte der Tischinstallation mit seiner „Wintersonnwende 2007-2008“. „In diesen Rau- oder Heiligen Nächten“ ist für den Künstler die Aufmerksamkeit nach Innen gerichtet - „in die unerforschlichen Weiten des Nahen“.

Während im Rathaus die Verbindung von Bild und Wort im Vordergrund steht, wie OB Frederick Brütting bei der Begrüßung der zahlreichen Gäste festgestellt hat, schlägt Alfred Bast in seinem zyklisch angelegten Kunstkonzept im Landratsamt eine weitere Seite im „Lebensbuch“ seines Schaffens auf. Eine Feier des im Ausstellungstitel „BildERDEnken“ enthaltenen blauen Planeten. In Mischtechniken und meisterhaften Ölarbeiten lotet er den reichen Fundus an Naturobjekten aus, an denen sich seine Bildfantasie entzündet. Bringt er „die unscheinbaren Wunder der Natur“ aus weißem Grund zum Leuchten.

„Naturikonen“ nennt er diese Fundstücke, denen er durch die Art, also die Kunst der Darstellung eine Aura des Kostbaren verleiht. Und womit sich im Kleinen der Kreis zum großen Ganzen von Alfred Basts aktuellem Schaffen schließt.

Das mit viel Beifall aufgenommene künstlerische Angebot hat Axel Nagel am Theremin und zusammen mit Matthias Kehrle auf der Gitarre komplettiert.

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Die Doppelausstellung ist bis 1. Mai zu den Öffnungszeiten von Landratsamt und Rathaus zu sehen; in dessen Galerie ferner Samstag von 10 bis 13 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen von 14 bis 17 Uhr. Alfred Bast bietet am Donnerstag, 31. März um 16 Uhr sowie am Sonntag, 24. April um 14 Uhr eine Führung durch die Ausstellungen in der Galerie im Rathaus und im Landratsamt an.

Ausstellung bilderDenken von Alfred Bast
Ausstellung bilderDenken von Alfred Bast

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