Das Spiel mit Flächen und Kanten

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Ein Werk aus der Ausstellung "Leucht Kantiges" von Klaus Joas
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Der Aalener Künstler Klaus Joas zeigt "Leucht Kantiges" in der Galerie Zaiß.

„Leucht Kantiges“ – der Titel der aktuellen Ausstellung der Galerie Zaiß könnte treffender nicht sein. Vergangenen Sonntag sind dort im Rahmen der Vernissage 36 Werke des Aalener Künstlers Klaus Joas vorgestellt worden, die zwischen 2015 und 2021 entstanden sind.

Eine Werkstatt, zahlreiche Maschinen, Acrylglas und Licht. Das sind die vier Bestandteile, aus denen Klaus Joas, der die Galerie Zaiß bereits seit zehn Jahren begleitet, benötigt, um seine Kunst entstehen zu lassen. Akribisch und mit fachmännischem Fingerspitzengefühl sägt und schleift er das farbige Material zurecht. Geometrische Formen kombiniert Joas und lässt wiederum neue Formen entstehen. Exponate entfalten sich von allen Winkeln anders, manche wirken bei frontaler Sicht zweidimensional und eröffnen die dritte Dimension erst bei einem Perspektivwechsel. Aus Einzelteilen wird ein großer Kreis, ein Labyrinth oder eine verschachtelte Konstruktion. Das Spiel mit Flächen und Kanten ist die Hauptkomponente der Methodik von Joas. „Wo kann ich die Leuchtkraft verstärken, wo abschwächen?“, fragt sich der Künstler. Je größer die Fläche, desto mehr Licht sammelt sich darin. Das Resultat: Die Kanten leuchten stärker, bei wachsender Fläche.

Die Pandemie habe an seiner Arbeitsweise nichts geändert. „Ich habe mein Pensum“, sagt der gebürtige Wasseralfinger pragmatisch. Ob er an neuen Techniken und Ideen feile? Ja, mit Verschiebungen. Konkret: farbige Flächen, die aneinandergereiht sind, sich dabei teilweise überlappen und so ein Spannungsfeld bilden und trotz flächiger Verarbeitung durch die Kanten räumlich wirken. „Er arbeitet mit einer unglaublichen Präzision und wenigen Mitteln“, erklärt Galerist Werner Zaiß seine Faszination für Joas' reduzierte Formen, die beim Herantreten und beim Umkurven immer neue Facetten eröffnen.

Ein Werk aus der Ausstellung "Leucht Kantiges" von Klaus Joas
Klaus Joas im Gespräch mit Galerist Werner Zaiß (links)

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