Neu im Kino

Der Gesang der Flusskrebse: viel Liebe, wenig Überlebenskampf

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Läuft in Kinopark Aalen und Traumpalast Gmünd. Foto: sonypictures
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Von Blätterwirbeln, großartigen Bildern und kurzem Wundschmerz.

Der Mix macht es - zumindest im Buch. „Der Gesang der Flusskrebse“ war auch ein Riesenerfolg, weil Autorin Delia Owens darin Coming-of-Age-Drama, Naturschilderungen, Liebe und eine Kriminalgeschichte geschickt mit einer starken Protagonistin verknüpfte. Nun ist die Verfilmung des Romans in den Kinos gelandet. Wie so oft bei Literaturvorlagen wurde leider auch dieser Geschichte im Drehbuch ein wenig der Zahn gezogen. Der Wundschmerz hält sich allerdings in Grenzen.

Darum geht es: Kya lebt mit ihren Geschwistern, ihrer Mutter und ihrem Vater, einem gewalttätigen Alkoholiker, in der Marsch in North Carolina. Nach und nach verlassen zunächst die Mutter und dann auch Geschwister die Familie und die 7-Jährige bleibt allein mit dem Vater zurück. Als auch dieser nicht mehr von einer seiner Sauftouren zurückkehrt, bleibt das Kind allein auf sich gestellt - und wird zum „Marschmädchen“. Zu einer Außenseiterin ohne Schulbildung, die sich den Behörden immer wieder entzieht. Mithilfe ihres einzigen Freundes Tate lernt Kya lesen und schreiben, vertieft sich immer mehr in die Natur und wird zur Expertin. Als Tate, mit dem sie mittlerweile eine Beziehung hat, sie verlässt, beginnt sie eine Affäre mit Chase, einem beliebten Sportler aus dem Ort. Irgendwann liegt der aber tot im Sumpf - und Kya wird als mutmaßliche Mörderin vor Gericht gestellt.

Die Stars: Daisy Edgar-Jones, bekannt aus „Normal People“ und darin großartig, bleibt als allzu naive und im Vergleich zum Buch weichgeklopfte Kya-Version hinter ihren Fähigkeiten zurück. Schwamm drüber, sie spielt trotzdem alle an die Wand.

Überraschungen: Das junge Glück tanzt im Blätterwirbel - schlichtweg eine Regieentgleisung.

Fazit: Viel Liebe, wenig Elend - es bleibt nicht viel übrig in diesem „Gesang der Flusskrebse“ vom Kyas Kampf ums nackte Überleben beim isolierten Aufwachsen in der Marsch. Dafür liefert der Film großartige Bilder aus einer scheinbar unberührten Natur und eine solide Liebes- und Kriminalgeschichte. Wie gesagt: tut weh, aber nur kurz. Und wer den Roman nicht gelesen hat, dem sei diese Geschichte als Film trotzdem ans Herz gelegt.  ⋌DagmarOltersdorf

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