Der Sommer erwacht im Aalener Kulturbahnhof

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Collegium musicum stimmte die Besucher am Samstagabend im Kulturbahnhof auf den nahenden Sommer ein.

Collegium musicum stimmte die Besucher am Samstagabend auf den nahenden Sommer ein.

Aalen. Nach längerer Corona-Pause lud das Collegium musicum am vergangenen Samstag wieder zum Frühjahrskonzert. Und das zum ersten Mal im neuen Konzertsaal im Kulturbahnhof KUBAA Aalen.

Vor gut besuchtem Haus stimmte das Aalener Kammerorchester unter der Leitung von Manuel Durão auf den anstehenden Sommer ein. Der Konzertabend wurde eingeleitet mit der Pastorale d`éte (Sommerpastorale) von Arthur Honegger. Die rhythmischen Streicher bildeten den Hintergrund für wunderschön sanfte Melodien, die zuerst vom Horn eingeleitet und später an die Oboe übergeben wurden. Auch die Streicher übernahmen das Thema und führten so zum Zentralabschnitt des Werks, dem lebhaften, volksmusikartig-tänzerischen Thema, das sich die Holzbläser teilten. Danach kehrten die Melodie und der Rhythmus des Beginns zurück, und die Flöte geleitete das Stück zum sanften Abschluss.

Mit Wolfram Hauser kehrte ein bekanntes Gesicht zurück nach Aalen. Der gebürtige Aalener Bratschist, der seit 2011 Mitglied der Bamberger Symphoniker ist, war nicht nur jahrelang Orchester-Mitglied, sondern hat in den vergangenen Jahren auch schon einige Konzerte als Solist mit dem Collegium musicum bestritten. Nun stand das Konzert G-Dur für Viola und Streicher von Georg Philipp Telemann auf dem Programm. Dieses Werk ist das einzige Violakonzert, das Telemann geschrieben hat und auch eines der frühestens Solokonzerte für Bratsche überhaupt.

Als kleines Bonbon zur Pause überraschten drei Bläser von der Orgelempore mit dem 1. Satz der Sonata für Horn, Trompete und Posaune von Francis Poulenc das Publikum. Ein schöner Kontrast, der sich stimmig einfügte in die erste Programmhälfte.

Nach der Pause stand ein weiteres Stück von Telemann auf dem Programm. In der „Grillensinfonie“ war Telemann in der Besetzung sehr experimentierfreudig, mit zwei Kontrabässen, Piccoloflöte, Oboe und Alt-Chalumeau (Klarinette). Der exponierte Kontrabasspart, der ein besonderes Merkmal dieser außergewöhnlichen Komposition ist, wurde souverän von den beiden Kontrabassisten Ute Ruth und Dieter Läßle präsentiert.

Der Höhepunkt des Abends für das Orchester stellte das Werk Appalachian Spring von Aaron Copland dar. Das ursprünglich als Ballett konzipierte Werk, beschreibt den Lebensabschnitt eines jungen Paares im 19. Jahrhundert am Fuße der Appalachen. Copland beherrschte dabei meisterhaft, die verschiedenen Lebenssituationen in Rhythmen und Tempi wiederzugeben. Trotz kleiner Besetzung für 13 Instrumente, kreierte Copland ein buntes, musikalisches Feuerwerk, das das Orchester ausdrucksstark umsetzen konnten. So wurden die Taktänderungen und Stimmungswechsel vom Dirigenten souverän geführt und es entstand ein farbenfrohes Sommererwachen.

Der Konzertabend endete mit den bizarr, humorvollen Miniaturen von Erik Saties „Trois petites pièces montées“. Das Publikum bedankte sich mit anhaltendem Applaus, den das Orchester mit einer weiteren Runde der Polka von Erik Satie belohnte.

Collegium musicum stimmte die Besucher am Samstagabend im Kulturbahnhof auf den nahenden Sommer ein.
Collegium musicum stimmte die Besucher am Samstagabend im Kulturbahnhof auf den nahenden Sommer ein.

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