Der Traum vom Sechser im Lotto

+
Der inklusive Spielclub des Theaters der Stadt Aalen freut sich auf die Premire von Peter, Du und Ich.
  • schließen

Der inklusive Spielclub feiert Premiere von "Peter, du und ich". Um was es in dem Stück geht und welche Bedeutung es für die Beteiligten besonders in Zeiten von Corona hat.

Aalen

Sie sind das, was man eine „vulnerable“ Gruppe nennt. Und am Freitag, 25. Februar werden sie bei ihrer Premiere auf der Bühne des Theaters der Stadt Aalen auch „feiern, dass sie zusammen sein können“, wie Winfried Tobias als Produktionsdramaturg es umschreibt. Im Stück „Peter, du und ich!“ spielen auch Menschen mit Behinderung wichtige Rollen. Sie sind Darstellerinnen und Darsteller des inklusiven Spielclubs.


Was länge erträumt wurde, wird endlich wahr. Das stimmt in diesem Fall auf jeden Fall. Denn bereits im März 2020 wollte der Club diese eigene Stückentwicklung im WiZ unter der Leitung von Richard Haupt zeigen. Doch dann kam die Pandemie und damit das vorläufige Aus. „Wir haben den Faden aber nie abgeschnitten,“ sagt Winfried Tobias, der beim Pressegespräch auch für den verhinderten Richard Haupt spricht.  Und so habe natürlich auch Corona letztendlich seinen Platz gefunden in der Geschichte. In der klingen, wie der Titel vielleicht schon erahnen lässt, durchaus „Motive“ aus „Peter und der Wolf“, an, wie Tobias erklärt. Menschen, die in einer sicheren Situation aufgehoben sind, die aber wissen, „was jenseits der Mauer an Abenteuern auf sie warten könnte.“ Der Alltag eher ein wenig langweilig, beschützt von einer Großmutter, wollen die Protagonisten endlich ihre Träume verwirklichen. Egal, was sie beinhalten. Ob nun die Reise in die Karibik, ob nun der Besitz eines französischen Schlosses, der Porsche oder der Sechser im Lotto. „Es geht also um Wünsche, Träume, Ängste, Einschränkungen und Bedrohungen“, fasst Winfried Tobias zusammen. 


Umso wertvoller sei es, dass das Theater durch den beständigen Kontakt seine Wertschätzung auch für die Teile des Ensembles ausgedrückt habe, die mit Behinderungen leben. "Dieses gewollt sein, diese Bemühung, das war ein fast neues Erlebnis", sagt Ulla Hoops-Koch von der Behindertenhilfe der Samariterstiftung, die Kooperationspartner ist. Bereits früher habe man dort Theaterprojekte gehabt, ergänzt Gisela Graf-Fischer, Bereichsleiterin Wohnen der Samariterstiftung.  "Da sind wir aber immer in unserer Blase gewesen." Nun habe man die Teilhabe am städtischen Kulturangebot.  Auch wenn es den fünf Menschen mit Behinderungen innerhalb des inklusiven Ensembles einiges abverlange, sich nach der Arbeit beispielsweise für die Proben nochmals aufzuraffen, sei das ein "totales Juwel" für alle Beteiligten.

Gruppenbilder, gemeinsame Choreografien, das Ausgelassen sein und die Freude, all das erwarte die Zuschauerinnen und Zuschauer bei der rund 45 Minuten dauernden Inszenierung auf der großen Bühne im Kulturbahnhof, kündigt Winfried Tobias an. „Es ist auch ein Fest des Miteinanders."

Premiere ist am Freitag, 25. Februar, 18 Uhr im Theatersaal des Kulturbahnhofes Aalen. Eine weitere und letzte Vorstellung gibt es am Samstag, 26. Februar, 17 Uhr.

 

Zurück zur Übersicht: Ostalb-Kultur

Mehr zum Thema

Kommentare