Designpreis für ein gedrucktes Einhorn

+
Dr. Max Tillmann (links) und Joachim Haller freuen sich über die Auszeichnung.

Die Ausstellung „The Last Unicorn – Das Einhorn im Spiegel der Popkultur“ lässt sich in dem nun mit dem Red Dot Design Award ausgezeichneten Werk nacherleben.

Schwäbisch Gmünd

Die Kunstwerke sind längst zurück in überregionalen Museen und Sammlungen, die Erinnerung an die Ausstellung ist von Dauer. Vor allem wegen des ganz besonderen Ausstellungskatalogs zu „The Last Unicorn – Das Einhorn im Spiegel der Popkultur“.

So unglücklich der Zeitpunkt der Ausstellung zwischen dem ersten und zweiten Lockdown im vergangenen Jahr, so glücklich sind die Kuratoren Dr. Max Tillmann, Joachim Haller und Martina Tauber jetzt über den Bucherfolg: Für den Ausstellungskatalog, dessen Cover im schillernden Blau des Kunstwerks von Rem Denizen daherkommt, erhält das Museum den Red Dot Design Award 2021. „Das freut uns außergewöhnlich“, sagt Max Tilmann. Für die vor fast 150 Jahren als Kunstgewerbemuseum gegründete Einrichtung gebe es keine bessere Anerkennung als einen Design-Award.

Das gestalterische Konzept der Publikation konnte sich in der Kategorie „Publishing & Print Media“ in einem starken internationalen Teilnehmerfeld behaupten. Joachim Haller: „Wert legten die Juroren insbesondere auf die kreative Idee, gestalterische Form und kommunikative Wirkung.“

Anknüpfungspunkt der Ausstellung war die nahezu 750-jährige Tradition des Einhorns als Schwäbisch Gmünder Wappentier, das in der Museumssammlung an vielen Stellen dokumentiert ist und in der Ausstellung zeitgenössischen Kunstwerken gegenübergestellt wurde. Die Ausstellung verdichtete die Roman- und Filmhandlung von „The last Unicorn“ zu fünf Kapiteln mit Prolog, die in farbintensiv gestalteten Ausstellungsräumen erfahrbar war.

Der Katalog greift das Konzept der Präsentation auf. Über 80 Abbildungen zeigen die Ausstellung in all ihren Facetten. Monochrome Trennseiten in der Grundfarbe der jeweiligen Ausstellungsräume leiten optisch in das jeweils nächste Kapitel. „Formatfüllende Installationsansichten lassen den Charakter und die Ästhetik der Ausstellungssäle nacherleben und vermitteln deren Emotionalität“, davon ist Dr. Max Tillmann überzeugt. Der Katalogeinband aus Duo-Leinen nehme Bezug auf eine zentrale, blauviolett irisierende Skulptur des Künstlers Rem Denizen, so Joachim Haller.

Die Philosophie der Ausstellung eröffnet sich Kunstfreunden ebenfalls im Katalog. „Zwar lassen sich Buch und Film auch auf eine triviale Popebene herunterbrechen“, schreibt Dr. Max Tillmann im Vorwort. Dennoch beinhalteten sie auf einer Metaebene unterschiedliche Assoziationen zu Themen wie gesellschaftliche Ausgrenzung, Verstellung oder Täuschung. Die Perspektive von The Last Unicorn drehe sich um die gesellschaftliche Frage: „Wer bin ich, wer darf ich sein“, verbunden mit der Suche nach persönlicher Identität. Im Katalog lässt sich diese Denkart bis ins Detail verfolgen, begleitet von vielen optischen (Farb)reizen und außergewöhnlichen Übersichtsfotos.

„Unsere Jury hat im Red Dot Award: Brands & Communication Design 2021 nur die besten Projekte aus diesem Bereich ausgezeichnet“, so äußerte sich Professor Dr. Peter Zec, Initiator und CEOvon Red Dot, gegenüber dem Gmünder Museumsleiter. Dahinter steht die Arbeit von Michael Daiminger Design, München, die zur konzeptionellen und gestalterischen Umsetzung des prämierten Katalogs führte.

Das Buch kostet 30 Euro. Es ist im Museumsshop erhältlich oder wird auf Bestellung an museum@schwaebisch-gmuend.de zugeschickt. Der Red Dot Award zählt mit rund 20 000 Einreichungen zu den größten Designwettbewerben der Welt. Die weiteren Ergebnisse sind auf der Red Dot-Website zu sehen.

"Für die als Kunstgewerbemuseum gegründete Einrichtung gibt es keine bessere Auszeichnung.“

Dr. Max Tillmann, Museumsleiter

Zurück zur Übersicht: Ostalb-Kultur

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL

Kommentare