Die Freiheit in Wort und Klang

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Trio Fonix im Ökonomiegebäude von Schloß Fachsenfeld.
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Zum Saisonauftakt spielen auf Schloss Fachsenfeld zwei Trios zugunsten der Menschen in der Ukraine.

Aalen-Fachsenfeld.

Als am Ende John Coltranes „Hymn to freedom“ erklingt, ist alles gesagt und gespielt zum Auftakt der Saison auf Schloss Fachsenfeld. Um Freiheit geht es, der Menschen und der Kunst. Deshalb haben das „Trio Sótano“ und das „Trio Fonix“ ihr Benefizkonzert den Menschen in der Ukraine gewidmet.

Unterschiedlicher könnten zwei Trios nicht sein. Die einen wandeln rein akustisch mit zwei Gitarren und Kontrabass auf den Spuren des großen französischen Jazzgitarristen Django Reinhard; die andern mit Posaune, Trompete und E-Gitarre in den Gefilden des kammermusikalischen Jazz. Gleichwohl wurzeln beide Formationen in derselben Tradition. Für die neue Geschäftsführerin der Stiftung Schloss Fachsenfeld, Ingrid Hertfelder, ein Beweis dafür, „ dass alles mit allem verbunden ist.“ Ohne die Freiheit der Demokratie seinen Kunst und Kultur nicht möglich, meinte sie mit Blick auf die Ukraine. In diesen Kontext „des schrecklichen Krieges“ wollte auch der Stiftungsvorsitzende, Aalens Oberbürgermeister Frederick Brütting, dieses Konzert gestellt wissen.

Weil es in einem Keller gegründet worden ist, nennen sich die beiden Gitarristen Tobias Knecht, Andreas Franzmann und Markus Braun am Bass „Trio Sótano“. Ihre Musik allerdings klingt nach frischer Luft und Höhenflügen. Stilistisch sind sie überirdisch ohnehin nicht festgelegt. Ob Gypsy-Jazz, eigene Stücke, Pop- und klassische Klassiker, alles klingt abwechslungsreich erfrischend. Musik, die gute Laune macht. „Stark“, „sehr klangvoll“ hört man Kommentare aus den Stuhlreihen im gut besetzten Saal der großen Scheune, als das Trio flott den „Sonderzug nach Pankow“ (im Original „Chattanooga Choo Choo“) auf die Schienen setzt.

In „El Andaluz“ kommen einem die Saitenkünstler spanisch vor, bevor sie Franzmanns „Memories of Paris“ zupfen. Mit dem melancholischen „Nuage“ erinnern die Drei an den verstorbenen Stefan Stumpf, der mit ihnen ein Quartett gründen wollte.

Zuckerbrot und Peitsche

Mit großem Gebläse schlägt das „Trio Fonix“ dann ganz andere Töne an. Sein Stil: Zuckerbrot und Peitsche. Fein differenzierte Duette zwischen Flügelhorn und Gitarre werden mit messerscharfen Riffs gekontert. „Swingin for peace“ von Trompeter Christoph Braun passt zum Abend. „To stroll“ heißt auf deutsch zwar schlendern. In dem von dem amerikanischen Schlagzeuger Art Blakey inspirierten Stück vereinigen sich Bläser und Gitarrist indes zu gemäßigtem Bebop. „The day of the virgin“ hat sich Tubist Budziat zu seinem Geburtstag komponiert. Christoph Braun bläst dazu eine von leiser Wehmut getrübte hymnische Kantilene. Er hat auch „Home at last“ geschrieben, vor neun Jahren in Mannheim. Doch jetzt hat es für die Rückkehr auf die Ostalb gepasst.

Überraschung zum Schluss. Ingrid Hertfelder singt von allen Musikern begleitet zwei Lieder: „Everytime we say goodbye“ und von Nina Simone „I Wish I Knew How It Would Feel To Be Free“. Ganz großes Kino!

Trio Fonix im Ökonomiegebäude von Schloß Fachsenfeld.
Trio Fonix im Ökonomiegebäude von Schloß Fachsenfeld.
Trio Sotano spielt zum Saisonauftakt auf Schloß Fachsenfeld.
Ingrid Hertfelder.
Oberbürgermeister Frederick Brütting.
Trio Fonix im Ökonomiegebäude von Schloß Fachsenfeld.
Trio Fonix im Ökonomiegebäude von Schloß Fachsenfeld.
Trio Sotano spielt zum Saisonauftakt auf Schloß Fachsenfeld.
Trio Sotano spielt zum Saisonauftakt auf Schloß Fachsenfeld.
Trio Sotano spielt zum Saisonauftakt auf Schloß Fachsenfeld.
Trio Sotano spielt zum Saisonauftakt auf Schloß Fachsenfeld.

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