Dvoráks Stabat Mater auf höchstem Niveau

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Eine großartige Aufführung des Motettenchors am Mittwochabend beim Festival Europäische Kirchenmusik in Schwäbisch Gmünd.
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Sonntraud Engels-Benz setzt mit ihrem verstärkten Motettenchor einen weiteren Höhepunkt beim EKM.

Schwäbisch Gmünd Über das Konzert des Motettenchores am Mittwochabend beim EKM darf in höchsten Tönen berichtet werden: eine großartige Interpretation durch eine vorzügliche Dirigentin, ein bravouröser Chor, drei von vier Solisten bestens, ein Orchester mit Klangmacht und Feinheit – und die fulminante Komposition von Antonin Dvorák: Stabat Mater.

Sonntraud Engels-Benz gestaltet die hochromantische Vertonung des mittelalterlichen Mariengedichtes mit sicherem Stilgefühl und sorgfältigem Respekt für das Große und Ganze wie fürs Detail in allen Bereichen des Werkes und der gut anderthalbstündigen Aufführung. Orchester und Chor wurden durch ihr ausdrucksstarkes und präzises Dirigat charismatisch geführt und in bester interpretatorischer Präsenz motiviert und gehalten. Mitglieder des Symphonieorchesters des SWR Stuttgart stellten das Orchester, es spielte mit Profiqualität seinen begleitenden und in weiten Teilen eigenständigen Part, mit Wucht und großer Geste, mit kammermusikalischer Transparenz und Behutsamkeit, wo immer es von Komposition und Dirigentin verlangt war.

Dem Chor hat Dvorák wunderbare Themen und Sätze geschrieben, die von dem Motettenchor und dem Schüler-Eltern-Chor Heubach präzise, schwelgend und mit offenbarer Freude ausgekostet wurden. Bewundernswert die musikantische Kraft der zwölf Männerstimmen im gut 60-stimmigen Chor. Da stimmte alles und klang bestens, in den grandiosen Fortissimos ebenso wie in den lyrischen, innigen Chorsätzen des Mittelteiles und in den Dialogen des Chors mit den Bass-, Tenor- und Sopran-Solisten.

Mit ihrer bezaubernden Stimme und angemessener Intensität glänzte die Sopranistin Fanie Antonelou. Matthias Koziorowski brachte sich mit heldenhafter Wucht ebenso ein wie mit dem gefühlvollen Sound des lyrischen Tenors. Mit opernhaftem Gestus präsentierte der Bariton Pawel Konik seine Arien und schaffte es dann aber doch, die Innigkeit des Gebetes hörbar zu machen. Die Mezzosopranistin Alison Browner hatte gewisse Probleme mit ihren Beiträgen, die für einen Alt geschrieben sind.

Die Kirche war voll, die Konzertgemeinde begeistert. Kirchenmusikdirektorin Sonntraud Engels-Benz wurde besonders gefeiert (standing ovation) von dem sachverständigen Gmünder EKM-Publikum.

Stabat Mater: dargeboten vom Motettenchor Schwäbisch Gmünd beim EKM

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