Ein Abend zum Verlieben mit „Pariser Flair“

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Ein Abend zum Verlieben: Das überaus charmante weibliche Duo „Pariser Flair“ mit Pianistin Jenny Schäuffelen und der verführerischen Mezzosopranistin Marie Giroux belebte den Bürgersaal in Oberkochen mit dem Zauber der Seine-Metropole.
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Das weibliche Duo belebt den Bürgersaal Oberkochen mit dem Zauber der Seine-Metropole.

Oberkochen. „So langsam kehrt wieder ein Stück Normalität zurück“, begrüßt der „dell’arte“-Verantwortliche Thomas Ringhofer zum zweiten Konzert anlässlich des 10-jährigen Bestehens der Kulturreihe. Zu Gast ist dort am Freitagabend das Duo „Pariser Flair“ mit einer Reise durch die Stadt der Liebe. Der Bürgersaal dazu eingerichtet und beleuchtet im schönsten Kabarettstil. Darin rund 100 erwartungsvolle Besucherinnen und Besucher.

„Pariser Flair“, das sind die Sängerin Marie Giroux und die Pianistin Jenny Schäuffelen. Zwei Frauen, wie sie unterschiedlicher kaum sein können. Giroux wurde in Avignon geboren, „was ihren verführerischen Akzent und ihren dunklen Teint erklärt“ wie es in ihrer Biografie heißt. Dazu verkörpert sie das Klischee der „Femme fatale“ und hat lange Jahre in Paris gelebt. Studiert hat die Mezzosopranistin an der Berliner Hochschule Hanns Eisler und singt klassische Oper genauso wie Operette, Musicals, Chansons und, wie sie eindrucksvoll beweist, auch mal einen harten Rap. Schäuffelen ist das perfekte Pendant. Technisch versiert an Piano und Akkordeon hat sie an der gleichen Berliner Hochschule studiert. Sie gibt sich einfühlsam und auch mal dominant und glänzt auch als Solistin - wie sie mit einem wunderschönen „Comptine d’un autre été“ aus dem Film „Die fabelhafte Welt der Amélie demonstriert.

„Steigen Sie ein, nehmen sie meine Hand und lassen sie sich Paris wie einen guten Wein auf der Zunge zergehen. Es hat einen Geruch. Eine Farbe. Eine Konsistenz“, nimmt Giroux dann die Besucher an die Hand und führt sie durch ein Paris, wie man es sich vorstellt, garniert mit durchaus feminin geprägten Eindrücken die nur eine Frau darstellen kann, die dort im wahrsten Sinne des Wortes „gelebt“ hat. Ein Beispiel: Die Geschichten um den französischen Komiker Sacha Giutry und sein Lieblingsrestaurant, das berühmte „Le Fouquets“. „Witzige Sprüche über die Liebe sind sein Markenzeichen“, verrät Giroux. Dann interpretiert sie mit rauchiger Stimme einige davon; etwa „die Liebe ist eine Gemütskrankheit, die oft durch die Ehe geheilt werden kann“. Und fügt an: „Er war übrigens siebenmal verheiratet“. Weiter geht es durch Paris mit intensiven Beiträgen. Frech, auch mal frivol, witzig und direkt, sehr facettenreich. Untermalt mit der typischen Musik der Seine-Metropole. Und natürlich mit „La vie en rose“ und als Zugabe „Non, je ne regrette rien“ von Edith Piaf, mit „Nathalie“ von „Mr. 100 000 Volt“ Gilbert Bécaud oder der wunderschönen „Comme d’habitude“, der französischen Originalfassung von Frank Sinatras berühmtem Song „My Way“. Zum Schluss singt das Publikum aus tiefem Herzen „Oh Champs-Elysées“. Ein wunderbarer Abend. Heribert Andres

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