Ein „Finale Furioso“ in Wort und Musik

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Nahmen die Zuhörer in der Augustinuskirche mit auf eine musikalische Reise in südliche Gefilde (v.l.): Michael Nuber, Christoph Dreisbach und Ursula Richter.
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Schwäbisch Gmünd. Zur dritten, und damit letzte Sommersoiree der Evangelischen Kirchengemeinde Schwäbisch Gmünd, konnte am Samstag Kirchengemeinderat Christoph Dreisbach mit dem Konzertpianisten Michael Nuber ein „Finale Furioso“ ankündigen. Die letzte Sommersoiree konnte wetterbedingt nicht, wie geplant, im Innenhof der Augustinus-Kirche stattfinden, sondern musste in den Innenraum des Gotteshauses verlegt werden.

Musikalische Reise in den Süden

Und dann gibt's los: Nuber versprach mit Werken von Isaak Albéniz die Zuhörer in „südliche Gefilde mitzunehmen. Albéniz war ein spanischer Komponist, der von 1860 bis 1909 lebte. Heiter und beschwingt ergossen sich die meisterlichen Klaviertöne bei „Granada“ durch das Gotteshaus und verebbten langsam.

Es folgte ein geistlicher Impuls von Dekanin Richter: „Und manchmal setzen wir uns an den Rand und gönnen uns die kleine Pause, vor dem großen Dank“, so wie am Samstag in der Kirche mit „Klängen des Sommers“.

Mit einem melancholischen Volkslied führte Nuber die Anwesenden anschließend nach Katalonien. Getragene, suchende Klänge füllten die Kirche, um nahezu nahtlos von einem Tango abgelöst zu werden. Die fröhlichen Töne des Stückes zeugten von Lebensfreude . „Gott hat den Menschen mit seinen Sinnen geschaffen“, wenn du Gott erfahren willst öffne deine Sinne“, war von der Dekanin zu hören. Und Konzertpianist Michael Nuber entführe die Sinne nach Spanien, meinte Dekanin Ursula Richter, die die Besucher sodann mit nach Oregon in den USA mitnahm und aus dem Buch „Das dritte Ohr“ von Joachim-Ernst Behrend weitere „Klänge des Sommers“ erzählen konnte.

Stille ist lebendig

Der Protagonist der Geschichte liegt an einem See in einem Bett aus Kiefernnadeln. Über ihm schweben Libellen und Moskitos. Weit entfernt ziehen Vögel ihre Flugbahnen. Der Mensch, so Richter, „hört nur die Stille“ und sei der Ansicht „das Gewicht der Stille fühlt sich gut an, solch eine Stille habe ich lang nicht gehört“. Die Stille sei lebendig, ein Kosmos der zu tönen beginne. Langsam dringt der See in das Ohr „ein rhythmische Glucksen, als tanze der See einen gemächlichen Walzer“. Dann melden sich die Libellen die „Ur-Helikopter“ in einer vollendeten Form wie sie „Menschenhand nie erschaffen könnten“. Das schwirrende Geräusch ihrer Flügel hinterlässt im „Ohr“ die Erkenntnis „es gibt verschiedene Libellen-Sounds“ er hört eine „Tonleiter der Libellen“. Und dann „Sich“, das Pochen des Herzens, das pulsieren seines Blutes in den Adern. Der Protagonist erkennt: „Wenn du Gott erfahren willst, öffne deine Sinne.“

Und die Reise ging weiter und führte aus den USA in eine Kirche im spanischen Cordoba. Auf ruhige beseelte Klänge öffneten sich die Pforten und Michael Nuber intonierte das heißblütige, spanische Leben, das kraftvoll aber auch in zarten und zerbrechlichen Tönen in die Ohren klang. „Entreiße den Tag der Vergänglichkeit“, bat die Dekanin in einem weiteren Impuls. Jeder Augenblick solle mit allen Sinnen genossen werden. Der Duft der Rose, ein Wort, der Gesang der Amsel, der Geruch eines Sommerabends, eine winterliche Vollmondnacht sollen nicht „andachtslos“ vorübergehen. Was man wahrnimmt, bleibe in Erinnerung, so Richter. Der Klang der Schöpfung gebe Sicherheit und Geborgenheit.

2500 Euro für die Flutopfer

Anschließend bewirtete das Vesperkirchenteam die Gäste mit vielen verschiedenen Leckereien. Der Erlös der dritten und letzten Sommersoiree kommt den Flutopfern in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen zugute. Über 250 Menschen haben bei den drei Soireen für die Betroffenen gespendet, wodurch insgesamt rund 2500 Euro zusammenkamen.

„Ein Finale Furioso.“

Christoph Dreisbach, Kirchengemeinderat

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