Ein Friedensbotschafter mit brillanter Musik

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Giora Feidmann, Klarinettist, zu Gast in Neresheim.Begleitet am Piano wird er auch hier von Sergej Tcherepanov.
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Wie Klarinettist Giora Feidman sein Publikum im Neresheimer Stadtgarten begeistert.

Neresheim. Wenn Rhythmus die Seele bestimmt, ist Giora Feidmann nicht weit. Mit seinem kongenialen Orgel-Partner Sergej Tcherepanov spielt er sich in die Herzen der begeisterten Zuhörerinnen und Zuhörer. Von feinzartem Piano über rhythmisierende Interims bis hin zu wild-entfesselnden Beiträgen spannt er den Bogen seiner weltbekannten Melodien.

Giora Feidmann, inzwischen 85 Jahre alt, erweist sich als „Maestro“ des Klarinetten-Spiels. Das Leben und die Freude über Frieden verbindende Musik sind seine Themen, die er während des Konzerts auch immer wieder verbalisiert. Wenn er etwa vom israelisch-arabischen Konflikt im Spannungsfeld von Schalom und Salem-Aleikum spricht oder von der Situation der Juden. „Musik ist ein Mittler, lasst uns Grenzen brechen“, appelliert der Künstler.

Wunderschöne Mixtur

Klassisches und Folklore steht auf dem Programm. Die Mixtur ist ein Volltreffer, im Stadtgarten hört man eine Stecknadel fallen. „Donna, donna“ erklingt, wunderschön weich intoniert der „Persian Waltz“ oder das Adagio aus dem Klarinetten-Konzert von W.A. Mozart. Feidman und sein aus Kasachstan stammender Pianist verstehen sich wie blind zwischen weltbekannten Melodien, traurigen Weisen, wilden Tänze und jüdischen Liedern, die ein fester Bestandteil im Repertoire des Klarinettisten sind. Filigran bringt er Leonhard Cohens „Hallelujah“ ans Ohr der Besucher und Louis Armstrongs „What a wonderful world“ geht unter die Haut.

Frappierend Feidmans passgenaue Technik in allen tonalen Bereichen. Das Traditional „Nowbody knows the trouble I've seen“ gerät zum bombastischen Volltöner. Wie Perlen an der Schnur aufgereiht. Seine Friedensbotschaft wird begeistert vom Publikum entgegengenommen.

Kaum enden wollender Beifall gibt es für die beiden Interpreten, bevor es flugs heimwärts ging in die gute Stube zum Fußball-Krimi zwischen Italien und England. Lothar Schell

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