Ein Geiger, der das Publikum mitreißt

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Der Geigenvirtuose Anton Tkacz (vorn in der Mitte stehend) verzauberte die Gmünder Philharmonie und das Publikum im Stadtgarten Schwäbisch Gmünd. Foto: Tom
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Der 24-jährige Anton Tkacz verzauberte mit seinem Auftritt im Stadtgarten Schwäbisch Gmünd. Was zur Zeit Beethovens als „unspielbar“ galt, interpretierte er mit präzisen Bogenstrichen.

Schwäbisch Gmünd

Mit einem fein ausgesuchten Programm überraschte die Gmünder Philharmonie ihre Zuhörerschaft im Peter-Parler-Saal des Gmünder Stadtgartens. Mit Werken von Beethoven, Fauré und Dvorak.

Das erste Stück, Ludwig van Beethovens Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 61, galt zu seiner Entstehungszeit bei den zeitgenössischen Geigern als „unspielbar“, denn es stellt in seiner kompositorischen Komplexität höchste Anforderungen an die Instrumentalisten, besonders an den Solisten auf der Violine. Nahezu zwei Dekaden nach Beethovens Tod wurde es unter Leitung von Felix Mendelssohn-Bartholdy von einem erst 13-jährigen Geiger in einem Konzert wieder aufgeführt. Seitdem gehört das Konzert bis heute zu den zentralen Werken der Sololiteratur für Violine und fordert höchste Virtuosität des Solisten.

Das gelang als glanzvolle Überraschung an diesem Abend: Anton Tkacz, 24 Jahre alt, verzauberte mit seinem Auftritt das Publikum. Als ob er mit seinem Instrument verwachsen wäre, durchströmten Bogenstriche und Töne seinen Körper, um dann in hoher Präzision und fein abgestufter Interpretation in den Raum zu fliegen. Die Vitalität und die Leichtigkeit der Interpretation, die der Stipendiat der „Yehudi Menuhin Live Music Now“-Stiftung an den Tag legte, riss die Mitglieder der Gmünder Philharmonie förmlich mit.

Den nicht enden wollenden Applaus beantwortete der Künstler mit einer virtuosen Zugabe. Sympathisch, ohne Allüren der herzliche Dank von Tkacz, der das gesamte Werk auswendig spielte.

„Masques et Bergamasque“ von Gabriel Fauré folgte nach der Pause. Der Komponist schildert in den einzelnen Sätzen des Werks eine musikalische Traumlandschaft, die Streicher und Bläser kunstvoll interpretierten.

In der „Tschechische Suite“ von Antonin Dvorak verbinden sich in kunstvoller Weise meisterhaft folkloristische Klänge zu einem anspruchsvoll arrangierten Werk. Das Besondere dieser Suite liegt in den großen Möglichkeiten einer Interpretation des Dirigenten und Orchesters, die hier begeisterte.

Der rauschende Applaus war hoch verdient und dauerte lang an. Dem Dirigenten Knud Jansen war es wieder einmal gelungen, seine treuen Zuhörerinnen und Zuhörer zu überraschen.

Anton Tkacz hat mit seinem Violinvortrag in Dimensionen entführt, von denen man sich erhofft, dass sie noch weit in den Alltag hinein wirken. Er macht deutlich, dass Musik eine Sprache, die Menschen beflügelt. Die auch die Mitglieder des Orchesters zu Höhepunkten ihres Könnens herausforderte.

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