Ein improvisierter Bob Dylan ohne Gesang

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„Absolutely Sweet Marie“ eroberte die Bühne des a.l.s.os-Kulturcafés in Schwäbisch Gmünd.
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Das Quartett „Absolutely Sweet Marie“ verarbeitet Dylans Songmaterial auf einzigartige Art und Weise.

Schwäbisch Gmünd. Die Abstandstische waren dicht besetzt im a.l.s.o-Kulturcafé beim letzten Konzert der Programmsaison. „Absolutely Sweet Marie“, die Berliner Band mit Alexander Beierbach, Matthias Müller, Steffen Faul und Christian Marien begeisterten mit ihrer Interpretation von Dylan-Songs. Geplant war das Konzert zu Bob Dylans 80. Geburtstag. Corona grätschte dazwischen, wie Vorstand Matthias Flum erläuterte.

„Absolutely Sweet Marie“ ist bekannt dafür, Dylan-Lyrics in Töne zu konvertieren. Das Programm startete mit „The Lonesome Death of Hattie Carol“. Tenor-Saxophonist Alexander Beierbach schuf mit klagenden Tönen das Klangbild zu Dylons Song, basierend auf einer Zeitungsnotiz über die Ermordung einer Barfrau. Vom Dylan-Sound war zunächst nichts erkennbar. Erst am Schluss ein kurzes „Aha“-Motiv.

Damit ist beschrieben, wie dieses Quartett arbeitet: Keine Covers, dafür musikalische Nachempfindungen von Lyrics und Sounds.

Die Ohren von Zuhörerinnen und Zuhörern mussten sich in diese spezielle Soundwelt eingewöhnen. Die Interpretation wurde Stück für Stück freier. Begleitet von Beierbachs Erläuterungen, nahm die musikalische Vorstellung Fahrt auf.

Das Publikum fängt Feuer

Grandios das erste Schlagzeugsolo von Christian Marien in rasantem Tempowechsel. Das Publikum fing Feuer, hier kam frischer Wind ins Spiel. Das gilt auch für das Trompetensolo von Steffen Faul, nur von den Drums begleitet. Die Arrangements stammten vor allem von Beierbach, aber auch von seinen Bläsern. Als Beierbach „Absolutely Sweet Marie“ im Jahr 2012 gründete, war dies der Schlusspunkt eines längeren Weges. In seiner Jugend, so Beierbach, war er von Dylan begeistert. Eine Begeisterung, die indes während des Rock-Jazz-Studiums in den Hintergrund rückte. Bis er in einem Workshop in Kanada r einen norwegischen Kollegen kennenlernte, in dessen Elternhaus er einige Zeit verbrachte. „Da lief den ganzen Tag über Bob Dylan!“, so Beierbach. „Der Vater des Kollegen hatte schon zwei Bücher über Dylan verfasst!“ Zurück in Berlin, begann Beierbach, sich mit Dylans Songs intensiv auseinander zu setzen. Arrangementsund Kompositionen waren das Ergebnis.

Doch zurück zum Konzert. Mit „Rainy Day Women“ steigerten sich die Vier weiter. Das Publikum belohnte sie für die 16 Songs mit reichen Applaus.

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