Ein Konzert der Superlative

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Das Ensemble À k mit ihrer Minimal Music im Kubaa.
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Das Ensemble „πk“ spielt in Aalens Kulturbahnhof „Minimal Music“. Das Orchester spielt mit höchster Präzision.

Aalen

Minimale Darbietung, maximaler Erfolg. Wie das? Man nehme das Ensemble „pi:k“ und seinen Dirigenten Uwe Renz, lasse es „Minimal Music“ spielen – und erlebt eine hinreißende tonale und rhythmische Vielfalt. Ein Konzert der Superlative Samstagabend im Kulturbahnhof in Aalen.

Nachdem das Orchester mit höchster Präzision Steve Reichs von raffiniertesten Verschiebungen in einem unbeirrt vorwärtstreibenden Puls geprägten Stück „Radio Rewrite“, in dem der Komponist zwei Songs der Rockgruppe „Radiohead“ zugrunde legt, bravourös absolviert hat, bekreuzigt sich Uwe Renz kurz mit erleichtertem Lächeln. Puh! Geschafft! Der Beifall im voll besetzten Saal hält noch an, als die Musikerinnen und Musiker das Podest schon längst verlassen haben.

Gleich zu Beginn haben Maria Ruf und Florian Hock auf zwei Marimbaphonen mit Reichs knapp 50 Jahre vor dem Orchesterstück entstandenem „Piano Phase“ einen Vorgeschmack auf die folgenden Kompositionen mit hochkonzentrierter Schlägelarbeit gegeben. Reich spielt hier mit Sechzehntelverschiebungen, die auseinanderdriften und wieder zusammenfinden.

Die Suggestion, die von der „Schlägelei“ ausgeht, setzt sich in Arvo Pärts symmetrischem „Spiegel im Spiegel“ mit der Geigerin Annika Chen und Susanna De Secondi am Flügel fort. Auch hier versetzt einen das Zusammenspiel fast in selige Trance.

Auf sanfte Weise aufgeweckt wird das Publikum durch Ulli Göttes „Parsek“ (ein astronomisches Längenmaß). Es bietet reichlich tonale und rhythmische Vielfalt im stetigen Fluss der symphonisch angelegten Komposition – bis zum hauchzarten letzten Ton des Marimbaphons.

Einer der Klassiker der „Minimal Music“ ist Philipp Glass. Auch in dessen „Movement I“ und „Movement IV“ aus seinen „Four movements for two pianos“ garantieren die beiden jungen Pianistinnen Amelie Hann und Pauline Hegele pures Hörvergnügen. Wie sie die Akkorde und Melodien in stetigem Augenkontakt harmonisch miteinander verschränken und gegenläufig ausspielen, macht einfach Freude.

Neben den schon genannten Instrumentalisten verdienen auch die anderen ausdrücklich Erwähnung. Patricia Wezstein (Querflöte), Monika Wunder (Oboe), Marco Gaulke (Klarinette), Lorenz Karasek (Vibraphon), Elias Opferkuch (Klavier, Keyboard), Paula Hochweber (Violine), Anna-Lea Rebholz (Viola), Amelie Brune (Cello), Jim Thomas (E-Bass).

Dass der brausende Beifall nach dem finalen und schon erwähnten „Radio Rewrite“ nicht zu einer Zugabe führt, ist nach diesem instrumentalen und mentalen Kraftakt verständlich.

Das Ensemble À k mit ihrer Minimal Music im Kubaa.
Das Ensemble À k mit ihrer Minimal Music im Kubaa.
Das Ensemble À k mit ihrer Minimal Music im Kubaa.
Das Ensemble À k mit ihrer Minimal Music im Kubaa.
Das Ensemble À k mit ihrer Minimal Music im Kubaa.

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