Ein Lächeln auf Schloss Kapfenburg

+
Der Weltmusiker Bodek Janke hat auch ein Händchen für die Tablas.
  • schließen

Großer Beifall für das Tomasz Kowalczyk Trio und den Trompeter Markus Stockhausen im Konzertsaal.

Lauchheim-Hülen. Mit dem Tomasz Kowalczyk Trio hat ein weiterer Fixstern am deutschen Jazzfirmament Freitagabend in Moritz von Woellwarths neuer Jazzreihe „Turnaround - Jazz im Bandhausbistro“ das Publikum im Konzertsaal auf Schloss Kapfenburg zu glücklichem Strahlen gebracht.

Dieses Trio spielt aus einem Guss. Kein musikalischer Skulpturenpark, wo man in einem Ganzen von Detail zu Detail wandert. Das melodische Ganze ist das Maß der Dinge. Tomasz Kowalczyks Trio ist ein Ganzes, in das sich alle integrieren. Selbst der große Trompetensolist Markus Stockhausen.

Wie der brillante und mehrfach ausgezeichnete Schlagzeuger Bodek Janke hat der Pianist polnische Wurzeln. Fast zwangsläufig fällt einem in diesem Kontext der Name Marcin Wasilewski ein. Mit seinem Trio hat dieser Pianist Maßstäbe gesetzt. Kowalczyk ist auf dem besten Wege, es ihm gleichzutun. Die Quelle, die seine Einfälle speist, scheint unerschöpflich zu sein. Meint sein Kollege Stockhausen anerkennend. Und der muss es mit seiner riesigen Erfahrung auf den Bühnen dieser Welt wissen.

Mit „Sunday Morning“ steigen die Vier in ihr Programm ein. Spätestens als der Trompeter auf seinem Flügelhorn die erste magische Kantilene singt, ist die Welt draußen vergessen; erliegen die Zuhörerinnen und Zuhörer mit Lust diesem sanften Glühen, aus dem Bodek Janke immer wieder Funkenwirbel schlägt. Und die Intensität an den Tasten treibt den Pianisten immer wieder von seinem Hocker hoch.

Wie der Fisch im Wasser tummelt sich das Quartett vor dem dazu passenden Bühnenbild des Ellwanger Malers Ulrich Brauchle im Freiraum der Improvisation. Besonders anschaulich in „einem freien Stück“, von dessen Grundmelodie aus die Reise losgeht. Mit kurzen Dialogen zwischen allen Beteiligten. Jene zwischen Stockhausen und dem flexiblen Kontrabassisten Felix Behrendt haben ihre eigene subtile Metaebene.

„Ein Lächeln“ heißt noch eines dieser melodisch komplexen Stücke; „Better World“ ein anderes. Beide sind programmatisch für diesen Abend. Dieser endet als Zugabe für den Jubel des Publikums mit einem Flug ins Firmament zeitloser Schönheit.

Wolfgang Nußbaumer

Frei wie der Wind hat sich das Tomasz Kowalczyk Trio im Jazzfirmament bewegt.

Zurück zur Übersicht: Ostalb-Kultur

Kommentare