Ein Schuss Ironie inder Kunst

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Thomas Behling (links) und Ruppe Koselleck stellen in der Galerie des Kunstvereins Schwäbisch Gmünd aus. Ironische Blicke auf Wirtschaft und Gesellschaft.

Thomas Behling und Ruppe Koselleck sind zu Gast im Gmünder Kunstverein im Kornhaus.

Schwäbisch Gmünd. „Der Versuch einer feindlichen Übernahme.“ Was nach Wirtschaftskrimi klingt, ist eine Performance zur Eröffnung der Ausstellung „Der Titel ist die halbe Miete“ an diesem Freitag, 10. September, um 20 Uhr. Thomas Behling und Ruppe Koselleck stellen in der Galerie des Gmünder Kunstvereins im Kornhaus aus.

Die Idee: Ruppe Koselleck sammelt Teerschmutz und Ölklumpen von den Weltküsten und generiert daraus Frottagen und rohe Malereien. Der Verkauf dieser Rohöl-Malerei finanziert den Ankauf von BP-Aktien mit dem Ziel der „feindlichen Übernahme“ eines global operierenden Ölkonzerns über seinen verursachten Müll. Im Gmünder Kunstverein wird er in einem performativen Öllabor weitere fossile Energieträger in Kunst verwandeln und „versuchen, sich den Öl- und Gaskonzern zwecks Einleitung der Klimawende einzuverleiben“. Koselleck arbeitet überwiegend mit gefundenen Materialien, Öl von der Küste oder umherfliegenden Zetteln, Notizen - einfach mit verlorenen Dingen aus dem öffentlichen Raum. Die Künstler verbindet der ironische Blick – auf die Gesellschaft, Wirtschaft, Umwelt.

Die Ausstellung zählt zur aktuellen Kunstvereins-Reihe „Zukunftsgeflüster, Zeitenwende, Weltenwandel“. Dahinter steckt auch die Idee, zwei Künstlerinnen oder Künstler zusammenzubringen, die sich zuvor noch nie begegnet sind. Wegen Corona wurde die für Anfang 2021 geplante Ausstellung verschoben.

Am Freitag um 19 Uhr eröffnet auch die Galerie im Prediger die neue Ausstellung „Paradise-Lost“. Deshalb zieht der Kunstverein seine Vernissage in die Länge. So gibt es um 19.30 Uhr ein „eigensinniges Künstlergespräch“, um 20 Uhr die Performance. Kunstinteressierte sollen beide Eröffnungen erleben können. kust

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