Ein Tummelplatz künstlerischer Ideen

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Die Künstler Dragan Prgomelja und Gosia Machon (von links) suchten den Gesprächsaustausch mit den Besuchern der Ausstellung „Durch das Getümmel“.

Künstler, die „Durch das Getümmel“ gestaltet haben, führen durch die Räume des Ellwanger Kunstvereins.

Ellwangen. Man muss nicht immer alles verstehen, sondern auch mal 'nur' auf sich wirken lassen“, riet Manfred Baumhakl, stellvertretender Vorsitzender des Ellwanger Kunstvereins, bei der Führung durch die Ausstellungsräume auf dem Schloss mit zwei der vier Künstler, die „Durch das Getümmel“ konzipiert haben. Anton Engel, Sylvie Ringer, Gosia Machon und Dragan Prgomelja haben die historischen Räume gemeinsam bespielt, wollen ihre Positionen zueinander und zur Umgebung in Bezug setzen. Gosia Machon und Dragan Prgomelja erläuterten am Sonntag den Interessierten ihre Ideen und Konzepte, die sie überwiegend malerisch und zeichnerisch ausdrücken.

Eine Schaufläche verschiedener Disziplinen

Ihr Zusammenspiel ergebe einen „Tummelplatz“, der historisch zwei Bedeutungsebenen habe, sagte Machon: die mittelalterliche als den Dorfplatz, an dem Akrobaten ihre Darbietungen zeigten; einer „Schaufläche verschiedenster Disziplinen“ - und zugleich auch die aus der Freudschen Psychoanalyse, als Ort, an dem der Mensch alles sagen und denken dürfe, ohne, dass eine „Wertung die Kreativität einschränkt“. So sei es ihnen auch nicht wichtig, jedes Werk dem jeweiligen Künstler zuzuordnen, sondern eher der gemeinsame Nenner des Umgangs mit dem Papier, des kreativen Schaffens und die Konfrontation mit dem Werk selbst.

Gegipfelt habe das gewissermaßen in der Vorbereitung auf die Ausstellung, als alle vier Künstler gemeinsam, übereinander, durcheinander, mit Kohle und Tusche gemalt hätten, dabei auch viel überschrieben und zerstört hätten und schließlich daraus die große Rauminstallation „Tummelplatz“ erschaffen wurde. Die bricht mit schlichten Latten gezimmert den Prunk des Marschallsaals, eröffnet begehbar einen Raum im Raum.

Während Sylvie Ringer in ihren Bildern auf geologische Spurensuche der Menschheitsgeschichte geht, weisen Anton Engels zurückhaltende Zeichnungen auf „Erschöpfungszustände“ hin, erläutern Machon und Prgomelja.

Machon selbst suche in ihren farbintensiven Ölbildern „das eigene Verhältnis zur Natur“. Sie behandle Menschen, Tiere und Pflanzen gleichberechtigt. Prgomelja sieht in seiner Arbeit – ob als Radierung, Zeichnung oder Videoinstallation – ein Spiel, das überraschen soll.

Brauchle: Besucher sollen selbst auf Entdeckungsreise gehen

Kurator Ulrich Brauchle fand bei allen Künstlern „erzählerische Ansätze“, die ihr Werk einten. Archaische Verweise und manch aufgeworfenes Fragezeichen sollen jeden Besucher selbst auf die Entdeckungsreise dieser bildnerischen Erzählung begleiten.

Manfred Baumhakl hatte eingangs den Künstler gedankt, dass sie ihre Werke trotz einer langen Unterbrechung der bereits im Oktober eröffneten Ausstellung durch den zweiten Corona-Lockdown haben hängen gelassen.

Ihre Bilderschau sei nunmehr also „in der Verlängerung“ und so noch bis 1. August zu begutachten.

Benjamin Leidenberger

Info Die Ausstellung „Durch das Getümmel“ ist noch bis 1. August zu sehen. Öffnungszeiten: Samstag 14 - 17 Uhr, Sonn- und Feiertag 10.30 - 16.30 Uhr. Zur Ausstellung ist auch ein Booklet erschienen.

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