Eintauchen in eine lichte Welt

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Zarte bis markante Farbnebel und -strukturen kennzeichnen die neuen Arbeiten des Künstlers.

Alois Guschlbauer zeigt in der Zehntscheuer seine „Farb-Ge-Schichten“.

Abtsgmünd. „Ob da wohl noch ein paar Leute kommen“ hat Alois Guschlbauer Donnerstagabend vor der Zehntscheuer in Abtsgmünd sinniert. Sie sind gekommen. In stattlicher Zahl. Um im flackernden Schein von Feuerkörben und Schwedenfeuern der Einführung zum Schaffen des Malers von Heidi Hahn und Gitarrenklängen von Daniel Bengesser zu lauschen.

Das Flackern der Flammen spiegelt sich wider in den im Pandemiejahr entstandenen Acrylbildern. Aus einem diffusen Hintergrund aufleuchtende Farbsprengsel, breite Spachtelschwünge auch, hauchige Binnenstrukturen, zart mit dem feinen Pinsel hingetupft. Helle Werke sind das, erfüllt von innerem Leuchten. Nicht geprägt von sich in harten Kontrasten aneinander reibenden starkfarbigen Flächen, wie Guschlbauer sie zuvor in seiner Malscheune expressiv auf die Leinwände geworfen hat. Ob er damit „seine feminine, seine verletzliche Seite offen legt“, wie Heidi Hahn deutet? Jedenfalls hat er sich als Maler stetig weiterentwickelt, seit er in jungen Jahren durchaus mit Verkaufserfolg zu Pinsel und Palette griff. Die Anforderungen seines Berufes in der Papierbranche haben den Traum vom Malen dann über viele Jahre hinweg Traum bleiben lassen – bis das Papier als Bildträger zu ihm zurückkehrte.

Hervorgeholt hat er „all das, was seit langem in ihm schlummerte, all die vielen Farb-Ge-Schichten“, wie die Rednerin beschreibt. Narrativ sind die Bilder dennoch nicht, weil dem Informel, der Abstraktion verpflichtet. Wer will, kann dennoch in der „expressiv-intuitiven Bildsprache“ gegenständliche Hinweise finden. Auf die Natur rund ums Haus, auf den Garten, die Blumen. Dennoch sind diese Malstücke meilenweit entfernt von Landschaftsmalerei. Es sind in Farbe getauchte Gefühle, expressiv und doch ganz zart impressionistisch. Als „Stimmungsaufheller“ charakterisiert Alois Guschlbauer seine Werke. Für die Kuratorin sind es „Geschichten vom Hinsehen, vom Unter-die Oberfläche und Durch-die Schichten-Sehen; vom Sich-Verlieren in einem Anblick, vom Einklang der inneren und äußeren Bilder.“ Zu Beginn zeigte sich Bürgermeister Armin Kiemel froh und erleichtert darüber gezeigt, dass das so wichtige kulturelle Leben „Stück für Stück wieder losgeht“.

Wolfgang Nussbaumer

Die Ausstellung ist bis 1. November samstags von 14 bis 17 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

Heidi Hahn, Alois Guschlbauer und Bürgermeister Armin Kiemel vor dem Diptychon "Sommer".

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