Elisen Quartett in einer frischen Matinee

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Das Elisenquartett in der Augustinuskirche.
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Das nicht nur regional berühmte Elisen Quartett in der Augustinuskirche.

Schwäbisch Gmünd. Ein feines Konzert mit Kammermusik gab es am Samstagvormittag in der Gmünder Augustinuskirche. Das Elisen-Quartett spielte Werke von Joseph Haydn, Samuel Barber und Antonin Dvorak. Das öffentliche Konzert war auch Teil eines Familientreffens und wurde von der Familie von Fritsch gemeinsam mit dem Kulturbüro der Stadt organisiert; dessen Leiter Ralph Häcker sprach bei seiner Begrüßung von „Public Private Partnership“. Ein Mitglied der Familie gehört zur Familie von Fritsch, die Cellistin Irene von Fritsch.

Das Konzert hob an mit dem Jagdquartett von Haydn, einem unterhaltsamen Stück, in fünf Sätze gestaltet wie ein Divertimento zur Erbauung: zwei schnelle Sätze am Anfang und Ende, zwei Menuette rahmen ein Adagio von großer Schönheit ein. Das Ensemble hat spätestens in diesem ruhigen Satz seinen Frieden mit der Akustik der Augustinuskirche gemacht und glänzt mit ausgewogener Stimmführung und geschmeidigem Wohlklang. Das Finale kommt in lockerer Präzision unbeschwert daher, in sensibler Abstimmung der vier Musikerinnen sehr schon gespielt.

Auf den ersten Blick mochte das Adagio von S. Barber nicht in den frischen Sommermorgen passen. Aber das Ensemble spielte das kurze, weltberühmte Stück aus den dunklen Tönen der Trauer in einer delikat gesteigerten Klimax zu Glanz und festlicher Würde, ein bewegendes Erlebnis für die über hundert Zuhörerinnen und Zuhörer.

Auch bei dem „Amerikanischen Streichquartett“ von Antonin Dvorak überzeugte das Elisenquartett mit perfekt gestalteten Klangfarben-Wechseln, vom breiten ersten Satz mit seinen Folk-Zitaten über die schwelgenden Cello-Solos und den souveränen ausgespielten Phrasierungen des zweiten Satzes bis zu den auskomponierten Stimmungen des dritten Satzes. Das Ensemble kontrastierte die dezenten Passagen mit den Fanfaren-Motiven des emotionalen Sturmes, eine perfekte Inszenierung en miniature. Im vierten Satz zogen die vier Musikantinnen böhmische und wienerische Register, ganz angemessen für die frohgemute Komposition – und machten gute-Laune-Musik daraus.

Ein eleganter Konzerttango von Piazzola beschloss die Matinee nach kräftigem Applaus.

Rainer Wiese

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