Erster Schritt zur Öffnung des Ateliers

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Die Pariser Jahre des Künstlers Jakob Wilhelm Fehrle stehen im Mittelpunkt der Ausstellung im Museum Gmünd.
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Museum Schwäbisch Gmünd zeigt Werke von Jakob Wilhelm Fehrle. Wirkungsort soll dauerhaft zugänglich werden.

Schwäbisch Gmünd.

Es waren die vielleicht spektakulärsten Jahre im Leben des Künstlers Jakob Wilhelm Fehrle. Das Museum Schwäbisch Gmünd zeigt jetzt in einer neuen Ausstellung Werke aus dessen Pariser Zeit, die von 1911 bis 1914 dauerte. „Mit offenen Sinnen für das Neue“ ist sie überschrieben. Kurator Dr. Martin Pozsgai bettet das Werk ein in einen Kontext aus Fehrles frühen Jahren und der Zeit nach 1914, in der das Werk des Künstlers von den Pariser Eindrücken geprägt ist. Das gesamte Lebenswerk ist nicht Thema der auf drei Ausstellungsräume konzentrierten Präsentation.

Das lässt bei der Anhängerschaft Jakob Wilhelm Fehrles keine Wünsche offen. Viele kommen trotz hoher Einlass-Hürden zur Ausstellungseröffnung in den Prediger und zeigen sich interessiert an einem Ausschnitt aus dem Werk, den „wir bewusst so ausgewählt haben“, wie es Museumsleiter Dr. Max Tillmann formuliert. Ihm wie dem Kurator geht es um dabei auch und vor allem um das Thema Atelier. Tillmann erinnerte an seine erste Begegnung mit dem Werk Fehrles, ganz zu Beginn seiner Gmünder Zeit vor zweieinhalb Jahren. Der Atelierbesuch und das Werk Fehrles hätten ihn stark beeindruckt. Der Pariser Wirkungsort Fehrles war vermutlich ausschlaggebend für die Einrichtung des Ateliers in Schwäbisch Gmünd, das bis heute existiert, das in der Gesamtheit schon zum Denkmal erhoben wurde. Die Ausstellung soll auf die Chancen aufmerksam machen, die damit nach Einschätzung des Museums verbunden sind. Es geht um einen möglichen Erhalt der Einrichtung für die Zukunft. Ein Wunsch, den auch Bürgermeister Julius Mihm in seinem Grußwort zur Ausstellung heraushebt. Das Atelier für den Publikumsbesuch dauerhaft zu öffnen, damit hätte die Stadt im nordwürttembergischen Raum ein Alleinstellungsmerkmal. Die Grundlagen dafür würden derzeit geschaffen, im Boot sind neben Museum und Stadtarchiv die Familie und das Landesdenkmalamt.

Dr. Martin Pozsgai spricht von spektakulären Neufunden in Zusammenhang mit der Pariser Zeit des Künstlers. Dort, wo ihm die bedeutende Kunstwelt begegnet, wo er auf Aristide Maillol, Auguste Rodin, Wilhelm Lehmbruck, Pablo Picasso und Paul Cézanne trifft, entwickelt sich seine Formensprache. Aufschlussreiche Skizzenbücher und von Fehrle selbst zusammengestellte Fotomappen - mit der eigenen Kamera dokumentiert - ermöglichen es, sein Werk in dieser prägenden Zeit zu rekonstruieren. Die Vielfalt der Bildsujets ist auffallend. Jakob Wilhelm Fehrle ist weit mehr als der Plastiker, er beschäftigt sich damals mit Landschaft, Stadtansichten, malt, angeregt von Cézanne, Badeszenen. Alles zu sehen in der Ausstellung in im Prediger. Besonders beeindruckt hat den Gmünder Künstler wohl die Formensprache von Maillol und Lehmbruck. Beispiele zeigen, wie er die Linien aufnimmt und für sich interpretiert.

Die Ausstellung im Museum im Prediger dauert bis zum 7. August 2022 und bietet viele Begleitveranstaltungen, Führungen, auch durch das Atelier des Künstlers. Infos unter www.museum-galerie-fabrik.de.

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