Fabelhaft solides Fagottissimo

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Nach Corona bedingter Absage im vergangenen Jahr wurde das Konzert Fagottissimo nun im September 2021 nachgeholt.
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Ensemble mit Seltenheitswert gibt ein buntes Konzert in der Aalener Stadthalle.

Aalen. Fagottisten finden sich anders als Streicher, Cellisten, andere Bläser selten in kleinen Ensembles zusammen. Fagott-Quartette wie „Fagottissimo“ sind eine Rarität wie exklusiv für dieses tiefe Blasinstrument geschrieben Literatur. Davon gab es einiges zu hören am Mittwochabend in der gut besuchten Aalener Stadthalle (verkleinerter Saal).

Die vier Instrumentalisten des Abends kommen alle aus großen Orchestern, in denen sie als „Solofagottisten wirken: Marc Engelhardt in Saarbrücken, Frank Lehmann in Stuttgart, Albrecht Holder ebenfalls in Stuttgart wie Marianne Engelhardt. Alle vier sind Orchestermusiker, solide, sicher, seriös, ohne Hang zu solistischem Aufruhr und großer Geste.

So war das Konzert im ersten Teil eine feine Abfolge gut gespielter Musik mit allem Drum und Dran von der Phrasierung über die zuverlässige Exaktheit bis zur dynamischen Differenzierung: Barock, Klassik, Moderne waren mit schönen Stücken vertreten, mit Highlights wie Rossinis „Largo al Factotum“ und Prokofjews „Humoristisches Scherzo für vier Fagotte“.

Der zweite Teil ließ das Ensemble in das windige Feld der populären Musik treten. Die drei Herren und die Dame gingen die Stücke mit Mut und Schwung an und hatten ihre leichten Schwierigkeiten mit Rhythmus, Sound und Stil. Ein Ragtime von Scot Joplin (1868 bis 1917) zeigte überraschende Verwandtschaft mit dem alpenländischen Drehtanz. Bei Fuciks „Einzug der Gladiatoren“ und im Glenn Miller-Sampler verschwamm manches im originellen Tempo. Als das Programm sich dem Ende neigte, schienen Musiker und Publikum froh, bei Giuseppe Verdi wieder im sicheren Hafen bewährter Romantik zu sein.

Höflicher Applaus verabschiedete das Ensemble, das sich mit zwei raschen Zugaben bedankte. Rainer Wiese

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