Fabrizio Consoli Trio und viel „Amore“

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Das Fabrizio Consoli Trio gastierte in der Essinger Schloss-Scheune.
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Der Sänger mit rauchiger Stimme ist zu Gast in der Schloss-Scheune und ist musikalisch vielfältig.

Essingen. Fabrizio Consoli ist ein gefragter Künstler. Vor einer Woche noch in Verona, dann in Mailand und demnächst tritt er in Paris auf. Zwischen den großen europäischen Metropolen steht das kleine Essingen im Tourplan. Rainer Lächele, Vorsitzender der Kulturinitiative, begrüßte den Sänger und seine zwei Kollegen am Samstagabend in der Schloss-Scheune.

Die Bühne, so scheint es, ist sein Zuhause, so locker und ungezwungen wie sich Fabrizio Consoli darauf bewegt. „Sprechen Sie Deutsch? Englisch? Chinesisch? Italienisch?“, fragt er ins Publikum, das auf Abstand sitzt. Er entscheidet sich für Englisch, wenn er seine Titel vorstellt und singt auf Italienisch. Letztendlich ist die Sprache dann egal, denn die Musik ist es, die berührt. Die rauchige Stimme Consolis, die er ganz verschieden zu gebrauchen weiß. Mal haucht und flüstert er ein Liebeslied ins Mikrofon, mal singt er sich die Seele aus dem Leib. Und natürlich geht es oft um Amore. Das Publikum schmunzelt schon, wenn der Sänger „das nächste Liebeslied“ ankündigt. „Sirena“ erklingt mit samtiger Stimme, eingehüllt in Klaviergemurmel. Oder „Martina“ als schwungvoller Italo-Pop. Ein echter Ohrwurm, der das Publikum zum Mitsingen motiviert.

Das Trio ist musikalisch vielseitig unterwegs. Auf geht’s nach Kuba! Flotte karibische Rhythmen fegen über die Bühne. Schlagzeuger Silvio Centamore bearbeitet lustvoll die Bongos, zelebriert seine Bewegungen mit nahezu choreografischer Pose.

Mit dem Titel „Il pianista di Montevideo“ erweist Fabrizio Consoli seinem Landsmann Pippo Pollina Reverenz. Für das Essinger Publikum ist der italienische Liedermacher kein Unbekannter, er war bereits zu Gast in der Schloss-Scheune. „Il pianista“ ist ein melancholischer Song vom Fremdsein in einer großen Stadt. Gelegenheit für Gigi Rivetti am Piano, sein Können zu zeigen, wie er mit seinen Händen über die Tasten rauscht und die schwebenden Glissandi produziert.

Faszinierend sind die instrumentalen Intermezzi, wenn Consoli seine Stimme schweigen und dafür seine Gitarre klingen lässt. Wenn sich das Trio in somnambuler Übereinkunft in Rage spielt und die Spannung sich in temperamentvollen Soli entlädt.

Das begeistert. Der Barde lässt sich nicht lange bitte und kommt für zwei Zugaben noch einmal auf die Bühne. Beate Krannich

Das nächste Konzert in der Schloss-Scheune Essingen ist am Samstag, 4. Dezember, 20 Uhr. Das Blockflötenquartett Flautando Köln präsentiert ein weihnachtliches Programm. Weitere Informationen unter www.kultur-im-park.info

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