"Fantasma": Unterwegs in der Zwischenwelt

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Ausstellung FANTASMA
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Rund 200 Arbeiten von 30 Künstlerinnen sind ab sofort im Untergöninger Schloss zu bestaunen. Der Landrat spricht von einer „wunderbaren, fantastischen Ausstellung“.

Abtsgmünd-Untergröningen

Das Wetter hat zur Nachtseite der Ausstellung „Fantasma“ gepasst. Doch der strömende Regen konnte nicht verhindern, dass selbst Stehplätze bei der Vernissage im Untergröninger Schloss knapp wurden.

Als kundige Führerin bei der Reise zwischen zwei Zuständen der bildenden Kunst, der wirklichkeitsgetreuen Abbildung und speziell bei dieser Ausstellung den „Fantasmen, die uns in eine undefinierbare Zwischenwelt der Realität führen“, hat die Kuratorin und zweite Vorsitzende des Kunstvereins KISS, Heidi Hahn, den Gästen die fantastische Schau nähergebracht.

Die rund 200 Arbeiten von 30 Künstlerinnen und Künstlern nähern sich dieser Zwischenwelt auf vielfältige und zum Teil spektakuläre Weise an.

Ein besonders begnadeter Radaubruder ist der Franzose Daniel Depoutot. Er lässt nicht nur Skelette ihre grotesken Totentänze aufführen, sondern „El Diavolo!“, eine dunkelrote Liegestuhlkonstruktion, die sehr an ein Folterwerkzeug erinnert, laut klappen – sofern jemand auf einen Schalter am Türrahmen drückt. Das Unheimliche müssen wir schon selbst in Gang setzen.

Der Bild gewordene Gegenentwurf zu dieser Kakophonie aus Zivilisationsmüll sind die Gemälde von Anna Bittersohl. In Heidi Hahns Interpretation führen sie „in dicht bewachsene, teils von Figuren bevölkerte, multiple Landschaften, die den Betrachtenden nach und nach ihre gewohnten Standpunkte und Sehgewohnheiten entziehen“. Mit ihrer signifikanten Farbigkeit korrespondieren sie mit den monumentalen, landschaftlichen, einfach atemberaubenden Papiercollagen der Basler Künstlerin Sabine Hertig.

Auf andere Weise tun dies auch die großformatigen Röntgenfotografien des Briten Nick Veaseys mit den intensiv fleischigen Metamorphosen zwischen Alien und Schmetterling der Österreicherin Susanne Kircher-Liner. Zu diesem Kontext gehört weiter die Videoarbeit „never call me mensch again“ von Jeremias Heppeler und Johanna Mangold, die die Auflösung des Individuums im Algorithmus schildert. Zu den absoluten Blickfängen zählen ferner die „spannungsgeladenen Ensembles“ des Stuttgarter Fotografen Uwe Ditz und die meisterhaften, symbolträchtigen Malstücke von Robert Matthes.

Zurecht schwärmt Landrat Dr. Joachim Bläse von dieser „wunderbaren, fantastischen Ausstellung“, bevor der multitalentierte Gitarrist Daniel Bengesser zusammen mit dem Schlagzeuger Steffen Köble den angemessenen musikalischen Schlusspunkt setzt.

Vernissage der Ausstellung "Fantasma" im Schloss Untergröningen.
Ausstellung FANTASMA
Ausstellung FANTASMA
Vernissage der Ausstellung "Fantasma" im Schloss Untergröningen.
Vernissage der Ausstellung "Fantasma" im Schloss Untergröningen.
Vernissage der Ausstellung "Fantasma" im Schloss Untergröningen.
Vernissage der Ausstellung "Fantasma" im Schloss Untergröningen.
Vernissage der Ausstellung "Fantasma" im Schloss Untergröningen.
Vernissage der Ausstellung "Fantasma" im Schloss Untergröningen.
Ausstellung FANTASMA

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