Frau mit dem Blick fürs Ganze

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Fürs Pressefoto öffnet Mirijam Kälberer schon einmal den Vorhang im Theater auf der Aal. Die 29-Jährige ist die neue Geschäftsführerin und künstlerische Leiterin der STOA.
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Die Regisseurin und Theaterpädagogin Mirijam Kälberer leitet die Spiel und Theaterwerkstatt Ostalb (STOA). Welche Pläne und Ideen sie hat.

Aalen

Drei Proben hat Mirijam Kälberer inzwischen mit ihrer neuen Theatergruppe absolviert. Hat nach langer Pause Schauspielgrundlagen wiederholt, gewissermaßen das Handwerkszeug der Spieler, hat Körperwahrnehmung, Präsenz und Stimme trainiert und das Ensemblegefühl gestärkt.

Seit Mai ist Mirijam Kälberer als Geschäftsführerin und künstlerische Leiterin für die Geschicke der STOA verantwortlich. Der Start mitten in der Pandemie sei „merkwürdig“ für sie und den Verein gewesen, sagt die Regisseurin im Rückblick. „Wenn man ein Theater übernimmt, möchte man die Leute persönlich kennenlernen.“ So gab es anfangs nur die Möglichkeit, sich online vorzustellen. Seit Juni sind Proben nun wieder möglich – mit Abstand, davon zeugen die Gittermuster im Probensaal.

Schon als Kind habe sie eine große Leidenschaft fürs Theaterspielen entwickelt, sagt die 29-Jährige, die aus dem Landkreis Esslingen stammt. Sie erzählt von prägenden Eindrücken: der Theaterauftritt als Sechsjährige mit der Grundschule beim Stadtfest, kleine private Aufführungen mit den Schwestern und Freundinnen und die Theater-AG am Gymnasium.

Mirijam Kälberer ist gelernte Regisseurin. Ihre Ausbildung erhielt sie an der Akademie für darstellende Kunst in Ulm. Dort erlernte sie auch die Grundlagen der Schauspielerei, entschied sich dann aber fürs Regiefach. „Mir liegt der Blick von außen, ich mag es, das große Ganze zu sehen“, sagt sie. Später absolvierte sie noch eine Weiterbildung zur Theaterpädagogin. „Mit der Doppelaufstellung erweitern sich die Chancen auf Berufstätigkeit“, erklärt sie.

Ein Theater hat sie noch nicht geleitet, aber die neue Geschäftsführerin kann von vielen Erfahrungen und verschiedenen Stationen berichten. Sie hat die Theaterinitiative Ladenburg geleitet, hat bei den Schlossfestspielen Ettlingen die Sparte Theaterpädagogik aufgebaut.

Bei der STOA ist Mirijam Kälberer zu 50 Prozent angestellt. Das komme ihr entgegen, sagt sie. Denn bei den Schlossfestspielen Ettlingen ist sie weiterhin aktiv. In diesem Jahr inszeniert sie dort ein Aschenputtel-Stück für Kinder. Zudem ist sie Referentin an der Landesakademie für Schulkunst auf Schloss Rotenfels. Sie bietet Fortbildungen im theaterpädagogischen Bereich an und gibt Schulklassen den Feinschliff für ihr Theaterstück. „Ein Privileg“, findet die Regisseurin.

Welche Pläne und Ideen hat die frischgebackene Geschäftsführerin für die STOA? „Wir fahren auf Sicht mit Corona“, sagt sie. In der Weihnachtszeit sollen die ersten Aufführungen auf die Bühne kommen. Gesucht werden noch Interessierte, die Lust zum Theaterspielen haben. „Wir freuen uns über neue Teilnehmer“, wirbt Mirijam Kälberer, „sowohl mit als auch ohne Theatererfahrung“. Schnuppern ist möglich.

„Ich habe den Wunsch, als STOA Angebote für Kinder und Jugendliche zu schaffen“, sagt sie mit Blick auf die Zukunft. Zudem möchte sie ein Stück in Kooperation mit einer Schule entwickeln. Das Thema: Demokratie. Workshops mit Theaterthemen anbieten, ist ein weiteres Ziel. Natürlich soll auch das Amateurtheaterfestival im nächsten Jahr wieder stattfinden, im September gehe man in Planung.

Mirijam Kälberer leitet eines der insgesamt vier Spielensembles unter dem Dach der STOA. Nach der Sommerpause wird gemeinsam entschieden, welches Stück geprobt wird. Die Gruppe hat ihren Wunsch schon geäußert: Es soll etwas zum Lachen sein, etwas Leichteres – aber mit Anspruch.

Informationen zur STOA unter www.theaterwerkstatt.org

Mir liegt der Blick von außen.“

Mirijam Kälberer, Geschäftsführerin STOA

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