Gero Wittichs zweites Orchesterfest in Aalen

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Das Aalen Festival Orchester und Elias Opferkuch als Solist am Klavier. Foto: hag
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Elias Opferkuch und das Aalen Festival Orchester spielen unter Wittichs Leitung Beethovens Frühwerk und Mozarts letzte Sinfonie.

Aalen

Im vergangenen Jahr sorgte Gero Wittich mit dem Aalen Festival Orchester für eine sensationelle Premiere. Das zweite Konzert des Ensembles am Mittwoch in der Aalener Stadthalle war nicht weniger großartig. Nach zwei Veranstaltungen kann man nicht von einer Tradition sprechen, aber es wäre schön, wenn es so käme.

Das Aalen Festival Orchester wird von Gero Wittich zusammengerufen: Profimusiker, die aus unserer Region kommen und die hoch qualifiziert in verschiedenen renommierten Orchestern in Deutschland spielen, bringen Kolleginnen und Kollegen mit. Es wird kurz geprobt und unter der Leitung von Gero Wittich entsteht ein Orchesterfest, heuer durch den Auftritt von Elias Opferkuch solistisch veredelt. Am Mittwoch standen zwei Werke auf dem Programm: Ludwig van Beethovens frühes Klavierkonzert  Nr. 2 B-Dur, op. 19, und Mozarts späte Jupiter-Sinfonie Nr. 41 C-Dur, Köchelverzeichnis 551.

Der Aalener Elias Opferkuch, junger Star der deutschen Pianistenszene, musizierte das Klavierkonzert nahezu perfekt, mit bester Virtuosität, sehr differenzierter Dynamik und dem Glanz junger Souveränität. Ein Genuss vom ersten Conbrio bis zum Allegro molto des dritten Satzes. Die junge, nachgerade ungestüme Komposition hatte einen kongenialen Interpreten gefunden. Es passte alles, die perlenden Läufe, die ausgekosteten wunderschönen Phrasen, die stilsicheren Crescendi und Diminuendi, das hinreißend spielende Orchester.

In vielen Passagen kommuniziert das Piano solo mit dem Orchester, die Spielfreude aller Beteiligten führte zu einer vorzüglichen Interpretation, die von Gero Wittichs klarem, aufmerksamen und inspirierendem Dirigat geführt und befeuert wurde.

Das begeisterte Publikum applaudierte laut und lang, konnte sich damit aber keine Solistenzugabe vor der Pause erarbeiten.

Die Mozart-Sinfonie nach der Pause kam mit routinierter Selbstverständlichkeit zu Gehör. Auch hier stimmte alles, insbesondere der ausgewogene Orchestersound. Sehr gut besetzt waren alle Stimmen, starke Streicher, sichere Holzbläser, stabiles Blech, eine originelle Besetzung im Kontrabass (Bass-Fagott und Kontrabass). Die 14 Frauen und 17 Männer waren im permanenten, reaktionsbereiten Kontakt mit dem Dirigenten und gaben Gero Wittich die Möglichkeit zu einer übersichtlichen und detailbetonenden Gestaltung der anspruchsvollen Kompositionen.

Nach der Sinfonie gab es dann nach wiederum langem und lautem Applaus eine Zugabe: Das Ensemble schwelgte im Air von J.S. Bach.

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