Glaube, Liebe, Hoffnung - Pandemie

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Um Glaube, Liebe, Hoffnung ging es beim gleichnamigen Tanzstück des Theaters Pforzheim in der Aalener Stadthalle.
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Das Theater Pforzheim war mit Guido Markowitz Tanzstück „Brahms Glaube Liebe Hoffnung“ zu Gast beim Aalener Theaterring. Was passiert, wenn sich Glaube, Liebe und Hoffnung zoffen?

Aalen

Einen im Himmel spielender Prolog als Auftakt. „Der Glaube“, „Die Liebe“ und „Die Hoffnung“ zoffen sich, ringen um ihren Stellenwert. Ein „Pas de trois“, dem so absolut kein weiterer folgt, da „Der Glaube“, „Die Liebe“ und „Die Hoffnung“ im Verlauf Teil der Compagnie werden, aus ihr heraus mal verwirrend, mal eindeutig auf ihren Anspruch aufmerksam machen. Der Tanz des Trios fordert zum Nachdenken auf, stellt die Frage aller Fragen: Was ist Glaube ohne Liebe und Hoffnung ohne Glaube und Liebe.

Mosaike setzen sich zusammen

Ein vielversprechender Auftakt zu einem facettenreichen Tanzgeschehen voll ungestümer, indes vertrauter Bilder und Gesten, die jedes und jede für sich eine eigene Geschichte erzählen, um letztlich mosaiksteinartig von der ganz großen Geschichte zu künden.

Eine mit realem Hintergrund: Markowitz berichtet mit „Brahms – Glaube Liebe Hoffnung“, wie er im zurückliegenden Lockdown besorgt und fassungslos auf das pandemische Weltgeschehen und die Menschen blickt. Das „Hohelied der Liebe“ (1. Korinther 13) kommt ihm in den Sinn: „Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei.“ Wobei der Choreograf die Gewichtung verändert, indem er die Hoffnung auf Platz drei setzt, um der seelischen Reflexion Raum zu eröffnen und Bezugspunkte zum wirklichen Leben (in Zeiten der Pandemie) zu finden. Damit verleiht er seinem Tanzstück parallel Form und Erzählkraft.

Die Compagnie zeigt, wie aus Glaube Zorn wird, die Liebe verloren geht, Hoffnungslosigkeit sich breit macht. Oftmals genügen nur wenige Tanzschritte, minimale Gesten.

Liebe treibt dahin

Irrlichternd wirbt „Der Glaube“ kraftvoll wie emotional um „Die Hoffnung“ und „Die Liebe“, versucht die verloren gegangene Einheit wieder herzustellen. Derweil treibt „Die Liebe“ in kleinen Schritten dahin, steht auch mal beobachtend abseits des Tanzgeschehens, um sich dann mit der weiß geschminkten Hoffnung erneut zu streiten. Rangeln, zappeln, umarmen. Einer gegen zwei, alle gegen alle.

Dynamische Tänze bestimmen die Choreografie, mal fließend, mal stockend, formen sich zu einer episodischen Parabel, in der sich virtuos zeitgenössischer Tanz mit klassischen Momenten vereint. Widerstreitende Gefühle auf der Suche nach Erlösung und am Ende die Einsicht: Jeder Einzelne ist verantwortlich, damit in seiner Seele Glaube, Liebe und Hoffnung zusammenfinden können.

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