Vom Glück, mit der JPO zu spielen

+
Amelie Brune
  • schließen

Die 21-Jährige Amelie Brune ist Solistin beim Frühjahrsprojekt der Jungen Philharmonie Ostwürttemberg. Über eine Liebe auf den ersten Blick, für die sie nun auch sportlich bleiben muss.

Aalen. Die nach ihr kamen, hatten es schwer. Als Amelie Brune als Siebenjährige bei einem Tag der offenen Tür in der Musikschule in dem Raum mit dem Cello landet, will sie dort am liebsten immer bleiben. „Ich wollte gar nicht mehr aufhören zu spielen. Mit dem Cello hat es sofort gepasst. Aber andere wollten auch an die Reihe kommen“, erinnert sich die 21-Jährige über ihre musikalische Liebe auf den ersten Blick. Heute studiert die Aalenerin Cello und wird bei den Frühjahrskonzerten als Solistin auf der Bühne stehen. 

Dass das Cello den Ruf hat, eher für die melancholischen Töne zu stehen, war ihr als Cello-Anfängerin gar nicht bewusst. „Die Kinderlieder sind eher fröhlich“, sagt sie. Das wichtigste Cellokonzert von Haydn sei zudem eines der optimistischsten Stücke, das sie kenne, sagt sie. 

Seit Oktober 2020 studiert die 21-Jährige Cello im Hauptfach. Mitten in der Corona-Pandemie zog sie nach Mannheim. Für den Cellounterricht durfte sie in Präsenz an die Hochschule. „Trotzdem war diese Zeit schwierig. Das Spiel in den Orchestern und in den Ensembles ist weggefallen. Und das macht ja am meisten Spaß“, sagt die Musikerin, die seit 2014 bei der JPO spielt und zudem langjähriges Mitglied des Ensembles „Cellikatessen“ ist. Später als Orchestermusikern zu arbeiten, das ist Amelie Brunes Traum. Obwohl es hier eine „Wahnsinnskonkurrenz“ gibt, wie sie sagt. Obwohl ihr Start ins Studium schwierig war. „Umso glücklicher bin ich, dass ich jetzt mit der JPO ein solche Gelegenheit bekomme.“

Das Stück, das Amelie Brune spielen wird, ist das Cellokonzert in e-Moll von Edward Elgar. „Bei diesem Werk steht die ganze Bandbreite an Emotionen im Mittelpunkt“, sagt die Cellistin. „Elgar hat so gut wie alle Gefühle darin vertont.“ Es sei wie eine musikalische Reise, jeder Satz unterschiedlich, der erste Satz aber besonders melancholisch, der zweite Satz eher positiv, im dritten gehe es um die Liebe, der vierte Satz sei noch einmal sehr reich an Farben und Kontrasten. „Es gibt natürlich noch schwere Stücke. Aber es zu interpretieren ist ein ganzes Stück Arbeit. Es braucht Zeit und Energie“, sagt die Musikerin. 

Was nicht bedeutet, dass sie tagaus, tagein am Instrument probt. Seit Februar arbeitet die Studentin an dem rund 30- minütigen Solostück. „Ich bin eher jemand, der weniger am Tag übt“, sagt sie. Oft gehe sie die Partitur und die Bilder dazu nur im Kopf durch, höre Aufnahmen. Drei, vier Stunden Cellospielen, das sei wie Sport. „Aufwärmen und dehnen, das ist essentiell“, sagt sie. Fit hält sich die junge Musikerin deshalb auch mit Ballett, mit Kraftsport und Fitnesstraining. Hat sie die Gelegenheit dazu, fährt sie in den Ferien Ski oder geht tauchen. 

Cellospielen ist wie Sport

Fragt man Amelie Brune nach einem Plan B, hat der so gar nichts mit Musik zu tun. „Ich wäre sonst in die naturwissenschaftliche Richtung gegangen. Das hat mich schon immer begeistert“, sagt sie. Als ihre Altersgenossinnen von einer Ballettkarriere träumten, habe sie als Astronautin lieber ins All fliegen wollen. 

Nun aber bleibt sie am Boden und ist auf dem Weg auf gleich vier Konzertbühnen in der Region. Nervös sei sie nicht, aber eine gewisse Anspannung sei da, sagt die junge Musikerin. Corona habe zunächst ein wenig von der Routine genommen. „Aber jetzt ist es wieder natürlich, auf der Bühne zu spielen.

Zurück zur Übersicht: Ostalb-Kultur

Kommentare