Gmünder Kunstverein zeigt Künstler und Bild

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Sylvia Betz vor ihrem Kunstwerk „sacred space“ in der Ausstellung „Querschnitt“. Bettina Burchard dokumentiert das für eine Online-Präsentation. Foto: privat
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Warum die Ausstellungsmacher von „Querschnitt“ zwischen den Jahren neue Wege gehen.

Schwäbisch Gmünd. Der Verzicht begleitet die Jahresausstellung „Querschnitt“ des Gmünder Kunstvereins seit drei Jahren. Zwei Mal macht Corona die Präsentation weitgehend zum Online-Erlebnis. Diesmal bleiben nur wenige Ausstellungstage, die wichtigsten Besuchertage zwischen den Jahren fehlen, weil die Stadt ihre Gebäude schließt.

Bei Kunstschaffenden und Besuchern kommt das nicht gut an. Eine Aktion steuert gegen: „Der Gmünder Kunstverein präsentiert Ihr Kunstwerk und Sie auf Instagram“ heißt es seit wenigen Tagen. Interessierte können dann über die Ausstellungsdauer hinaus viele der gut 100 Arbeiten online sehen.

„Bis jetzt waren mehr als 30 Künstlerinnen und Künstler da, um sich mit ihrem Werk zu präsentieren“, sagt Initiatorin Bettina Burchard, die seit kurzer Zeit im Vorstand des Gmünder Kunstvereins mitarbeitet. Sie will mit dieser Initiative nicht nur kunstinteressierte Menschen erreichen. Sich in der Ausstellung zu begegnen, über die Bilder zu reden, das stärke auch die Bindung innerhalb des Kunstvereins.

Das unterstreicht Till Vogel, der zusammen mit Uwe Küssner für die Ausstellung „Querschnitt“ engagiert ist. Vogel bringt die Künstler und ihre Werke anschließend online, will sie dort nicht als „Story“ platzieren, weil dies in Instagram nur kurzzeitig zu sehen wäre. Die inzwischen mehr als 1000 Follower und weitere Instagram-Besucher sollen ein länger anhaltendes Kunsterlebnis erfahren. „Natürlich ersetzen Online-Präsentationen keine analoge Ausstellung“, sagt Vogel. Die werde es immer geben müssen, weil sich Kunstwerke anders erschließen.

Künstlerin Sylvia Betz ist dennoch dabei, lässt sich von Bettina Burchard mit ihrem großformatigen Bild „Sacred space“ ablichten. „Eine gute Idee“, sagt Sylvia Betz, die auf dem Weg ihre Bild-Intensionen einem breiteren Kreis vermitteln kann. In diesem Fall spricht sie von einer Bildmeditation. Betrachtern lässt sie durch die Abstraktion freien Raum zur individuellen Interpretation. Den eigenen Geist zu befreien, der eigenen Ganzheit näher zu treten, das kann sich Sylvia Betz bei diesem Bild-Dialog vorstellen.

Cornelia Seibt ist mit zwei Bildern im „Querschnitt“ vertreten, auch sie lässt Betrachter träumen, „Dream V“ nennt sie eine der Arbeiten, die auf den ersten Blick schroff daherkommen, mit einer brüchigen Oberfläche. Dafür verwendet sie nicht nur Farbe, sondern auch Marmormehl, das mit einem Binder angerührt wird und im Trocknungsprozess für die gewünschten Risse sorgt. Sie hofft nun auf viele Betrachter auf Instagram, denn „es ist schon schade, dass die Ausstellung im Prediger gerade über die Feiertage geschlossen war“. Die Online-Aktivität soll ein wenig darüber hinweghelfen. Mit einem schönen Nebeneffekt: „Man kennt jetzt auch die Leute, die hinter dem Kunstwerk stehen“, sagt Waltraud Pfitzer-Stütz, deren Arbeit ebenso in Kürze auf Instagram zu sehen sein wird.

⋌Kuno Staudenmaier

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