„Göthe - megafame“ im Park

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Beim literarischen Spaziergang im Park von Schloss Fachsenfeld tritt diesmal kein geringerer als Goethe auf.
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Was die Gäste bei der Premiere des literarischen Spaziergangs auf Schloss Fachsenfeld erlebt haben.

Aalen

Megafame“ ist er mit Werther geworden, der „Göthe“, referiert die Abiturientin über „Goethe im Park“. Der Dichter liegt derweil lässig auf der Holzbühne beim Ökonomiegebäude von Schloss Kapfenburg und zeigt unter seinem Strohhut einen aufmerksamen Blick. Schließlich erzählt das blonde Mädchen mit dem Stinkefinger T-Shirt, auf dem das Wort „Göthe“ glitzert, aus seinem Leben. Etwa, dass er in Bella Italia „zum Vino nie no“ sagte und mit „Tschiller battelte“. Paraderolle für Julia Silvester, Anleihen beim Film „Fack ju Göthe“ durchaus erkennbar. „Und dann, 1832, war Goethe tot“, sagt sie trocken.

Hier, beim literarischen Spaziergang, szenisch eingerichtet von Tonio Kleinknecht, ist der Dichter allerdings quicklebendig. Mit einem „ Mein schönes Fräulein, darf ich wagen, meinen Arm und Geleit ihr anzutragen“, aus Faust 1 lockt er sie aus der Szene. Und rattert danach in Gummistiefeln, grüner Latzhose und dem zuvor gehuldigten Ginkobäumchen im Karren davon in Richtung Park. Im Schlepptau rund 30 schon jetzt bestens unterhaltene Theatergäste.

Fünf Stationen steuert Goethe, den Dürschmied mit leichter, aber sympathischer Arroganz verkörpert, an - immer selbstbewusst vorneweg. Vorbei geht es an betörend duftenden Wiesen voll blühendender Wildblumen an den Teich. Dort beklagt Helena im Ostfriesennerz nach ihrer Rückkehr aus Sparta ihr Schicksal und hadert in Richtung Schlossgebäude.

Das „Heideröslein“ in den Ohren

Weiter geht es in den Wald, den knirschenden Kies unter den Sohlen, den Klang von zwitschernden Vögeln und dem „Heideröslein“ in den Ohren, das aus Goethes im Schubkarren mitgeführten Kassettenrekorder dudelt. Der Dichter indes mimt mit großer Geste zwischendurch den Gärtner und widmet sich dabei kleinen naturkundlichen Weisheiten wie: „Der Baum blüht.“ Im Wald, wieder ganz Dichter, rezitiert er mit rauer, tiefer Stimme den „Erlkönig“. Während der Himmel immer dunkler wird, geht es vorbei an Iphigenie, die erschreckend aktuell über Frauen in der Fremde und Männer als Kriegshelden weint und zürnt.

„Könnt ihr noch?“, fragt Goethe und blickt auf die Schlange hinter ihm. Vorbei am Flieder geht es zurück zum Schloss. Dort schlüpft Goethes Hausangestellte in die Rolle des „Zauberlehrlings“ und holt sich Support an der Gießkanne. Goethe-Kenner wissen, wie die Geschichte ausgeht. Da hilft es Goethe auch nicht, sich noch mal in seinen Dichter-Umhang zu schwingen.

Ein Spaziergang, den man auf keinen Fall verpassen sollte. Weil er sehr viel Spaß mit Literatur verbindet. Aber auch, weil Goethe ja „megafame“ war.

Weitere Vorstellungen, die noch nicht ausverkauft sind: Sonntag, 29. Mai, 20 Uhr, Freibad Spiesel. Sonntag, 12.Juni, 18 Uhr, Schloss Fachsenfeld.

Beim literarischen Spaziergang im Park von Schloss Fachsenfeld tritt diesmal kein geringerer als Goethe auf.
Beim literarischen Spaziergang im Park von Schloss Fachsenfeld tritt diesmal kein geringerer als Goethe auf.
Beim literarischen Spaziergang im Park von Schloss Fachsenfeld tritt diesmal kein geringerer als Goethe auf.
Beim literarischen Spaziergang im Park von Schloss Fachsenfeld tritt diesmal kein geringerer als Goethe auf.
Beim literarischen Spaziergang im Park von Schloss Fachsenfeld tritt diesmal kein geringerer als Goethe auf.
Beim literarischen Spaziergang im Park von Schloss Fachsenfeld tritt diesmal kein geringerer als Goethe auf.
Beim literarischen Spaziergang im Park von Schloss Fachsenfeld tritt diesmal kein geringerer als Goethe auf.
Beim literarischen Spaziergang im Park von Schloss Fachsenfeld tritt diesmal kein geringerer als Goethe auf.
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