Gregorianik und Popsongs überzeugen

In der Stephanuskirche in Alfdorf überzeugen „The Gregorian Voices“ mit einem glanzvollen Auftritt.

Alfdorf. Einen glanzvollen Auftritt absolvierten die acht Sänger von „The Gregorian Voices“ in der evangelischen Stephanuskirche. „Vielen Dank für dieses großartige Konzert!“, ließen die 90 Zuhörerinnen und Zuhörer den Organisator beim Hinausgehen wissen.

Eindrucksvoll der Einzug der acht Braunkutten. Die Kapuze heruntergezogen, zogen sie durch den Gang nach vorn zum Altar. Das Programm umfasste klassische gregorianische Choräle, orthodoxe Kirchengesänge und Lieder aus Renaissance und Barock auf Latein, zu denen das „Ave Maria“, „Ave Maria Stella“ und das Kyrie aus „Missa Orbis Factor“ gehörten. Aber auch Heinrich Schütz’ Kanon „Cantate Domino“  und das zeitgenössische „Pie Jesu“ aus dem Requiem von Andrew Lloyd Webber gehörten dazu.

Der zweite Teil brachte englischsprachige Popsongs in gregorianischer Adaption. Altes wie Neues als Hörgenuss über 75 Minuten ohne Pause. Denn die Sänger verstehen es nicht nur, dem eigenen Anspruch zu genügen, Nachfolger des bekannten Männerchors „Gloria Dei“ zu sein. Sie beweisen es wieder einmal in ihren Konzerte zum zehnjährigen Bestehen.

Ein scheinbar gewagtes Experiment, Abba ihres Klangs zu „berauben““ bei der Zugabe „Thank you for the Music“ oder Rod Stewarts „Sailing“ den rauchigen Charme zu stehlen. Sie machen es voll Power und Eigenem, beweisen, dass diese Songs es verdienen, immer wieder neu interpretiert zu werden, weil sie„Klassiker“ sind und deshalb ihren Zauber nicht verlieren können, wenn echte Könner daran arbeiten. Ihre Stimmen als Solo oder in der polyphonen Fünfstimmigkeit im Gesamtchor, mit Falsett- und Bassstimmen, die Schauer erzeugen ein intensives Musikempfinden im harmonischen Miteinander von Bass, Bariton und Tenor. Nahtlos ging es vom Klerikalen ins Alltägliche, was Letzteres nicht wurde. Da bleibt nur zu sagen „Thank you for the Music“.

⋌Gise Kayser-Ganter⋌

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