Hell erstrahlt Joseph Haydns „Schöpfung“

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Oratorienchor Ellwangen in der Stadthalle.
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Der Oratorienchor Ellwangen überzeugt mit seiner Aufführung des Oratoriums in der Stadtkirche.

Ellwangen. Ein Fest der Harmonie und des Wohlklangs hat der Oratorienchor Ellwangen mit der instrumentalen Unterstützung durch das Ensemble musica viva unter der Leitung seiner charismatischen Dirigentin Mirjam Scheider im barocken Raum der evangelischen Stadtkirche mit der Aufführung von Joseph Haydns epischem Oratorium „Die Schöpfung“ gefeiert.

Die einzigen Dissonanzen, die sich der reife Komponist in seinem epochalen Werk erlaubt, finden sich naturgemäß gleich in der Orchestereinleitung mit der Schilderung des Chaos‘. Diese in sich diffuse Einleitung fasst zugleich die Anmutung der folgenden Musik zusammen: höchste Qualität. Sie gilt für den raumfüllenden, differenzierenden Bass von Daniel Raschinsky ebenso wie für den schlanken, lyrischen Tenor von Dennis Marr und den sich wie „der Lerche frohes Lied“ mühelos hoch schwingenden Sopran Tabea Schmidts.

Die prägende Hand Mirjam Scheiders schließlich zeigt der große Chor. Makellos sein erster Einsatz „Und der Geist Gottes schwebte auf der Fläche der Wasser“. Strahlende Helligkeit erfüllt den Raum als er intoniert: „Und es ward Licht.“ Imponierend der durchgehend tadellose Zusammenklang mit den übrigen Mitwirkenden.

Hilfreich war das Textheft was den Chor betrifft bei aller sprachlichen Disziplin. So ließ sich seine gestalterische Kraft besser nachvollziehen. Ein Ausrufezeichen setzt er mit dem „Frohlocket dem Herrn“ zu dessen Gestaltung von Himmel und Erde. Nicht das letzte in dieser zweistündigen Aufführung. Zusammen mit dem Solistentrio lässt er in „Der Herr ist groß in seiner Macht“ die stimmlichen Muskeln spielen. In diesem zweiten Teil des Oratoriums zeigt Haydn in der Ausgestaltung der Erde, wie reich bestückt sein kompositorischer Werkzeugkasten ist. Was er ihnen da in den Mund und auf die Notenständer gelegt hat, setzen die Musici sowie die Sängerinnen und Sänger mit hörbarer Freude um. Beflügelt vom unaufdringlichen Dirigat ihrer Leiterin.

Einen Kontrapunkt zur orchestralen Einleitung des ersten Teils hat der Komponist mit jener des dritten Teils gesetzt, der Adam und Eva - vor dem Sündenfall! - gewidmet ist. Nochmals werden Schöpfer und Schöpfung nach allen Regeln der Kunst gepriesen bis zum gemeinsam mit den Solisten angestimmten strahlenden Schlusschor. Reicher Beifall ist hochverdient.

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