Höchster Sopran, strahlender Tenor

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Der Trude Eipperle-Rieger-Preis 2022 geht an Runzhe Li und Laura Braun
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Trude Eipperle Rieger-Preis für Laura Braun und Runzhe Li und eine programmatische Rede der Kultusministerin Theresa Schopper.

Lauchheim

Man mochte seinen Ohren nicht trauen, als Laura Braun im Konzertsaal der Kapfenburg loslegte. Mit der Arie „O zittere nicht, mein lieber Sohn“ der Königin der Nacht aus der Zauberflöte eröffnete die 27-jährige Sopranistin den Abend, eine Arie von ähnlicher Wucht und sängerischer Herausforderung wie die noch berühmtere Hass-Arie der Königin der Nacht. Rasante Legato-Koloraturen, Staccatos bis in höchste Töne, lyrische und dramatische narrative Passagen, die großartige Partie wurde von Laura Braun mit Ambition und energischer Leichtigkeit, perfekt in jeder Hinsicht präsentiert. Eine große Stimme, bestens geführt, eine Ausdruckskraft, eine Interpretation, die man den ganz Großen wie Diana Damrau oder Maria Callas gleichstellen möchte.

Runzhe Li, ein in Europa ausgebildeter Sänger mit chinesischen Wurzeln, überzeugte ebenfalls mit seinem lyrischen Tenor, den er im Schubert-Lied „Nacht und Träume“ stilsicher in die dramatische Tonalität changieren konnte. Wunderbare Crescendi, technisch und interpretierend schön ausgestaltete Phrasen, eine wohlklingende Stimme mit der Wärme des Baritons und den selbstverständlichen Höhen des Heldentenors, der 22-jährige Sänger dürfte bald zu den berühmten Vertretern seiner Generation gezählt werden.

Festrede von Ministerin Schopper

Mit ihren zweiten Liedbeiträgen verbeugten sich beide Preisträger vor Hugo Wolf. Die Stuttgarter Hugo-Wolf-Akademie unterstützt den Eipperle-Rieger-Preis bei der Entscheidung für die jährlichen Preisträger; in diesem Jahr wurde die 17. Preisverleihung gefeiert.

Das Veranstaltungsformat hat immer eine Festrede, die oft von Damen und Herren aus Politik und Publizistik gehalten wird. Heuer war die baden-württembergische Kultusministerin Theresa Schopper gekommen. Sie referierte über die Bedeutung der Musik für die Menschwerdung im Allgemeinen und die Bildung junger Menschen im Besonderen, weshalb das Land so erfolgreich für die Ausbildung der Jugend in Kunst und Musik gesorgt habe und weiter sorgen werde.

Die Politikerin der Grünen kündigte einen weiten Katalog von Programmen, Anstrengungen und Finanzierungen für eine weiterhin beste kulturelle Bildungslandschaft insbesondere für die musikalische Ertüchtigung „im Länd“ an.

Landrat Dr. Joachim Bläse, Akademiedirektor Moritz von Woellwarth und Landesmusikdirektor Bruno Seitz als Vorstand der Eipperle-Rieger-Stiftung betonten in schwungvollen Reden deren Rolle und die Bedeutung der Veranstaltung.

Die beiden jungen Stars der Opernszene und des Donnerstagabends auf Schloss Kapfenburg verabschiedeten sich mit einer wunderbaren Duett-Version der Limbiamo-Szene aus Verdis La Traviata.

Der Trude Eipperle-Rieger-Preis 2022 geht an Runzhe Li und Laura Braun
Trude Eipperle-Rieger-Preis 2022: Ministerin Schopper hielt die Festrede.
Trude Eipperle-Rieger-Preis 2022: (von links) Landesmusikdirektor Bruno Seitz, die Pianistin Mar Compte, Runzhe Li, Laura Braun, Dr. Rieger, Moritz v. Woellwarth, Ministerin Theresa Schopper, Landrat Bläse Foto: Peter Hageneder

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