Wespels Wortwechsel über Weinkeller und Apotheken

In der Bodega und Cantina

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manfred wespel

Seit die Deutschen Italien und Spanien im Urlaub in Massen überfluteten, wissen sie, was eine Cantina oder eine Bodega ist: ein Weinkeller mit Verkauf, Ausschank und inzwischen auch mehr oder wenig üppigen Kleinigkeiten (Tapas, Crostini und so). Cantina und Bodega bezeichnen ganz allgemein einen Keller, und weil Wein dort ein besonders wichtiges Lagergut ist, speziell den Weinkeller.



Dass „bodega“ etwas mit dem Wort „Apotheke“ zu tun hat, scheint etwas weit hergeholt. Aber das griechisch-lateinische „apotheca“ bezeichnete ursprünglich auch einen Abstellraum, eine Ablage, einen Vorratsraum für verschiedene Waren: Getreide, Öl, Wein (apo bedeutet weg, also weglegen, wegstellen). Bei uns wurde das Wort auf die Ablage für Arzneimittel eingeschränkt.

„Werkskantinen Curry-Wurst“

Auch cantina bezeichnet im Italienischen ganz allgemein einen Keller, speziell den Weinkeller, dann auch den Weinausschank. Das französische cantine stand eher für die Soldatenschenke, und von dort aus war es nicht mehr weit zu Speiselokal für Soldaten und dann für Betriebe und für Schulen, die aber den Begriff Mensa (Mittags-Tisch) bevorzugen.

In Italien kennt man noch die Taverne, die Weinschenke, die auf ein lateinisches taberna (Hütte, Kneipe) zurückgeht, und schließlich die Osteria, die von einem oste, einem Wirt, betrieben wird. Falls Sie ein eher gehobenes Lokal aufsuchen wollen, dann gehen Sie fast überall in Europa in ein ristorante (Italien), restorante (Spanien, Portugal), restaurant (Frankreich und England) oder in ein Restaurant (Deutschland), denn überall werden im Wortsinne die Kräfte wiederhergestellt.

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