Intensiv und exquisit - ein Auftritt voller Energie

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Das Notos Quartett begeisterte in der Schloss-Scheune Essingen.
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Das Notos Quartett hinterlässt in der Essinger Schloss-Scheune einen sehr starken Eindruck

Essingen. Was für eine Energie, was für eine Intensität, was für eine exquisite Klangkultur! Das Notos Quartett hinterließ einen starken Eindruck bei seinem Konzert in der gut besuchten Essinger Schloss-Scheune. Das Ensemble ist schon mehrfach in der Region aufgetreten. Vor längerer Zeit auf der Kapfenburg und erst im Februar dieses Jahres in der Stadthalle Aalen.

Mit zarten Klaviertönen beginnt der Quartettsatz in a-Moll von Gustav Mahler, dann setzen die Streichinstrumente mit schwermütigem Gesang ein. Das Stück ist ein Rudiment, einzig erhaltener Satz eines einstmals vollständigen Klavierquartetts und auch einziges Kammermusikwerk des Komponisten, das er mit 16 Jahren schrieb. Mit drängender Intensität und Leidenschaft entwickelt das Ensemble dramatische Steigerungen und wirkungsvolle Crescendi, bis der Satz genauso verhalten, wie er begonnen hat, ausklingt.

Das Notos Quartett widmet sich in seinen Programmen gern selten aufgeführten Werke. Das Klavierquartett des englischen Komponisten William Walton, er lebte von 1902 bis 1983, ist so ein Stück. Auch die Erfindung eines 16-Jährigen, wenngleich mehrfach überarbeitet, entzieht es sich jeglicher Hörgewohnheit. Jugendlich ungestüm und keck-dissonant, dann zauberhaft atmosphärisch im langsamen Satz Andante tranquillo. Das Finale ist ein wilder Tanz, der immer wieder auflebt, rhythmisch raffiniert und rasant. Das Ensemble musiziert mit funkensprühendem Temperament.

Nach der Pause dann das Klavierquartett von Johannes Brahms in A-Dur. Hier tritt das Klavier als solistische Stimme in den Vordergrund, die Antonia Köster virtuos und äußerst differenziert spielt. Brillante Arpeggien verbinden sich mit dem warmen Klang der Streicher. Lebendig, durchsichtig und spannend bis zum Schluss interpretiert das Ensemble das monumentale Werk, das es in seiner Länge mit einer Sinfonie aufnehmen kann.

Bravo-Rufe und begeisterter Applaus im Publikum lassen eine Zugabe erwarten. Die kommt jedoch nicht. Denn: „Was gibt es diesem Stück noch hinzuzufügen“, erklärt Cellist Philip Graham treffend. Beate Krannich

Das Notos Quartett hat das Publikum in der Schloss-Scheune Essingen restlos begeistert.

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