Jazziges Heimspiel mit furiosen Klängen

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Foto: Jan-Philipp Strobel

Gmünder Jazz-Mission mit drei Bands im Prediger und im Café Margrit begeistert das Publikum.

Schwäbisch Gmünd. Die Gmünder Jazz-Mission startet ihr Herbst-Winter-Programm mit einem furiosen Auftakt. Das Jazz-Heimspiel präsentiert gleich drei Bands aus der Region mit Gmünder Jazz-Musikern. An zwei Lokalitäten geht die Post ab. Zeitgleich beginnt die Musik im Café Margrit und im Prediger.

Das Duo mit Thilo Schimmele an der Gitarre und Volker Held am Kontrabass fängt seinen Einleitungspart mit besinnlichen Kompositionen des Pianisten Billy Strayhorne an. Auf die ruhigen Einstimmungstöne von „Isfahan“ folgt die Ballade „Chelsea Bridge“. Die Finger von Volker Held wuseln über die Saiten in schnellem Dialog mit der Gitarre. „Take the A-Train“ beendet das Intro. Andreas Kümmerle gesellt sich mit seiner Gitarre dazu. Im Stile von Django Reinhard wetteifern die Gitarren und der Bass im Trio.

Ortswechsel. Bereits am Eingang zum Prediger nimmt der groovende Latin den Besucher gefangen. Das RAM Organ Trio spielt gerade einen Bossa Nova aus der Feder von Carlos Jobim. „After the Blues“ präsentiert viel Spielfreude und Witz. Die Bläser Johannes Groß am opulenten Baritonsaxofon und Stefan Spielmannleitner an der Trompete heischen Beifall. Für den treibenden Rhythmus sorgen Alois Geiger am Schlagzeug und Thorsten Sauter am Percussion. „Play it back“ von Dr. Lonnie Smith bietet den Bläsern noch einmal ein Forum für exquisite Brillanz. Mit kurzen repetitiven Einlagen auf dem tragenden Klangteppich mit Reinhold Uhl an der Orgel und Matthias Flum an der Gitarre endet der Song.

Drüben im Café Margrit ist die Combo inzwischen zum Quartett angewachsen. Frank Balint an der Trompete, Stefan Fetzer am Saxofon, Hartmut Ott am Schlagzeug bestreiten gemeinsam mit Winnie Albano und anderen die Schlussrunde. Harmonisch kommt der inspirierte Wettstreit der Ideen im meditativen Dialog zur Ruhe.

Im Prediger hat Clemens Gottwalds „Prisma“ ihren Auftritt. Der begnadete Posaunist mit der kecken Baskenmütze umschmeichelt die Zuhörer mit seinem weichen Posaunenklang. Seine Kölner Band intoniert mit Verve die Kompositionen ihres Bandleaders, der gern kleine Geschichten in Musik verkleidet. „Nickley’s Rest“ umarmt als letzter Liebhaber den Menschen. Es ist der Tod, der den Menschen zu seiner letzten Reise, wohin auch immer einlädt.

„Moving through“, zeichnet das Durchwursteln durch die Corona-Zeit in Töne. Einen einzelnen Ton schlägt Thomas Below auf dem Fender Rhodes Piano an. Der Ton wird wiederholt, ein tieferer Ton begleitet den ersten. Wie Glockenschläge. Conrad Noll am Bass, Mareike Wiening am Schlagzeug untermalen den interessanten Einfall.

Mit „Topolino“ bedankt sich die Combo beim begeisterten Publikum und lässt das Mäuschen tanzen. Helga Widmaier

Foto: Jan-Philipp Strobel
Foto: Jan-Philipp Strobel

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