Melancholisch, kraftvoll, komplex

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In Schwäbisch Gmünd, Heideheim und Aalen hat die JPO ihr Programm am Wochenende vorgestellt. Ein weiterer Auftritt der Musikerinnen und Musiker ist am Freitag, 24. Juni, und 20 Uhr in der evangelische Stadtkirche Ellwangen.
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Die Mitglieder der Jungen Philharmonie Ostwürttemberg präsentieren im Stadtgarten ihr Frühjahrsprojekt. Amelie Brune spielt die Solopartien.


Schwäbisch Gmünd. Mit Schillers Worten „Freude heißt die starke Feder in der ewigen Natur; Freude, Freude treibt die Räder, in der großen Weltenuhr“, endete die Begrüßung des Ersten Bürgermeisters Christian Baron vor der Vorstellung des Frühjahrsprojekts der Jungen Philharmonie Ostwürttemberg (JPO) im Stadtgarten.

Das Orchester, für Baron Botschafter der Region, begeisterte durch Können und hohe Spielfreude. Ein nicht ganz einfaches Programm hatten sie sich vorgenommen für ihr Frühjahrsprojekt unter der Leitung von Uwe Renz. Im Cellokonzert in e-Moll von Edward Elgar, ein anspruchsvolles Werk in Musikalität und Rhythmik, übernahm die 21-jährige Musikstudentin Amelie Brune die Cello-Solopartien. 


Eine große Hilfestellung zum besseren Verständnis dieser Tongewalt mit vielen Klangfarben waren die Erläuterungen zu Elgars Werk im Programmheft. Das Stück entstand kurz nach dem Ersten Weltkrieg. „Es waren düstere Zeiten, Freunde starben, seine Frau war schwer krank.“ Als ihn das musikalische Thema für das Cellokonzert bewegte, hatte er einen Krankenhausaufenthalt hinter sich. Seine Zerrissenheit, Melancholie, aber auch besinnliche Momente spiegeln sich hier musikalisch wider.

Die Solistin erhielt für ihr packendes Spiel lang anhaltenden Applaus, auch von ihrem Orchester. „Ich spiele seit acht Jahren in der Jungen Philharmonie!“, sagte sie am Rande des Konzerts, „da wachsen Freundschaften!“ Als Dankeschön spielte sie die Sarabande aus der Cellosuite Nr. 1 von Johann Sebastian Bach. 

Im zweiten Teil erklang die „Pastorale“, Sinfonie Nr 6 in F-Dur von Ludwig van Beethoven. Kraftvoll und empfindsam interpretierte das Orchester „kontrastierende romantische Naturbilder“, die in einen „dramatischen klanglichen Höhepunkt“ münden, akzentuiert von Piccolo-Flöten, Posaunen und Pauken.


Die Junge Philharmonie Ostwürttemberg ist ein Sinfonieorchester der regionalen Musikschulen und der Landkreise Ostalbkreis und Heidenheim. Viele Mitglieder sind Preisträger der bundesweiten Wettbewerbe „Jugend musiziert“. Das erlaubt die Komplexität der Werke, die Uwe Renz dirigiert, für die technisches Können und musikalisches Verständnis Voraussetzung sind.

Auf der Bühne erschienen die Musikerinnen und Musiker in schwarzer Festkleidung. Würdig und professionell in Beherrschung ihres Instruments und der Interpretation. Reizvoller Kontrast dazu die jugendliche Ausgelassenheit, mit der sie in der Pause das Foyer belebten.

Fünf Tage intensiver Probenarbeit in Klausur haben die Mitglieder mit Uwe Renz und Dozenten verbracht. „Die Proben beginnen um 9.30 und enden um 21 Uhr“, erläuterte der Dirigent. „Nach diesen fünf Tagen muss es funktionieren!“

Das zeigten sie, diese engagierten jungen Menschen, für die Christian Baron den Einsatz charakterisierte mit: „Konzert geht nur live, mit Lampenfieber, mit echter Begegnung.“.

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