Klänge wie aus einer anderen Welt

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Das Fauré Quartett begeisterte in der Stadthalle Aalen.

Fauré Quartett versetzte das Publikum in helles Entzücken.

Aalen. Das Warten hat sich gelohnt. „Heute haben wir endlich das Fauré Quartett in Aalen“, zeigte sich Simone Fürst-Adriaans, Geschäftsführerin des Konzertrings, erfreut. Zweimal wurde der Auftritt coronabedingt verschoben. Nun gastierte das Fauré Quartett in der Stadthalle – und versetzte das Publikum in helles Entzücken.

Was ist das Geheimnis dieses wunderbaren Ensembles, das sich 1995 an der Karlsruher Musikhochschule gründete? Zum einen die technische Perfektion in der Beherrschung der Instrumente, diese freudige Leichtigkeit beim Musizieren und das beseelte Spiel. Zum anderen wohl das Ausloten der Kompositionen nach dem inneren Ausdruck und der unbedingte Gestaltungswille, der jeder noch so kleinen Phrase Geltung verschafft. Und nicht zuletzt das eingespielte Miteinander von vier begnadeten Solisten, die im Ensemble zu einem lebendigen Organismus verschmelzen.

Schmerzlich-schön erklingt der Klavierquartettsatz a-Moll von Gustav Mahler, das einzig erhaltene Kammermusikwerk des österreichischen Komponisten. Luftig und transparent dagegen zeigt sich das Klavierquartett Nr.1 in c-Moll von Gabriel Fauré. Das Ensemble musiziert mit vibrierender Leichtigkeit das Scherzo und zelebriert die Langsamkeit im Adagio. Helle Klaviertöne funkeln über dunklem Streicherklang – so entstehen magische Momente.

Nach der Pause gibt es ganz großes Kino. Modest Mussorgskys Zyklus „Bilder einer Ausstellung“ ist in einer Fassung für Klavierquartett zu hören, eigens bearbeitet vom Fauré Quartett selbst. Es ist hoch spannend und zugleich köstlich amüsant, mit dem Ensemble durch diese musikalische Galerie zu spazieren. Vielfältige Klangeffekte, vor allem bei den Streichern, sorgen für eindrückliche Bilder. „Der Gnom“ hat einen bizarren Auftritt. Erinnerungen an längst vergangene Zeiten beschwört „Das alte Schloss“ herauf. Putzig das wilde „Ballett der Küchlein in ihren Eierschalen“. Das lebhafte Treiben auf dem „Marktplatz von Limoges“ wird jäh beendet durch schwere wuchtige Klavierakkorde, als es in die Grabesstille der „Katakomben“ geht.

Das Ensemble zaubert Klänge wie aus einer anderen Welt, kaum hörbar, nah an der Grenze zur Wahrnehmung, und spielt dann wieder auf wie ein ganzes Orchester in der letzten Episode „Das große Tor von Kiew“.

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