Klare Farben, kräftig in Ton und in der Botschaft

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Schaffen „Lichtorte“: die Gemälde von Peter Bezler im Landratsamt.
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Große Ausstellung mit Aquarellen und Acrylgemälden von Peter Betzler im Aalener Landratsamt.

Aalen. Mit Humor und Tiefgang, viel Prominenz besonders aus dem Raum Ellwangen, mit viel guter Musik und inmitten starker Bilder wurde am Donnerstagabend die Werkschau „Seelenlandschaften“ von Peter Betzler eröffnet.

Von den Wänden strahlen die Werke in klaren Farben, kräftig in Ton und Botschaft, mittlere Formate zumeist die Acrylarbeiten, kleinere Formate die Aquarelle. Man kann sich der Dynamik kaum entziehen und will das schon bald nach den ersten Bildern auch nicht mehr. Prima vista sehen wir ein wenig Emil Nolde, niedriges Land, riesiger Himmel, massives Rot, verheißungsvolles Gelb, viel Blau und Grün. Aber schnell schwingt die Wahrnehmung auf den eigenen Stil der Betzler-Werke ein, auf die Öffnung der konkreten Formen ins Abstrakte, auf die naturschönen Farben. Der Raum wird weit, auch für Assoziationen, private wie globale Gedanken - und „what a wonderful world“.

Landrat Bläse begrüßt die knapp hundert Gäste im Foyer des Landratsamtes mit Humor und Herzlichkeit und profiliert sich philosophisch, wenn er der Sinnhaftigkeit der Betzler-Arbeiten nachgeht. Die göttliche Schöpfungskraft und deren Bewunderung sei eines seiner Themen: „Neben dem Staunen über die Schöpfung, die aus den Aquarellen zum Psalm 104 und auch aus den weiteren gezeigten Arbeiten spricht, werfen Sie in Ihrem Schaffen aber zugleich auch die Frage auf, ob wir uns genug für die Bewahrung dieser Schöpfung einsetzen,“ so Joachim Bläse in seiner Begrüßung, die eine schöne Vernissage-Rede war.

Im „Künstlergespräch“ mit Ines Mangold-Walter gab der just pensionierte Kunstlehrer Peter Betzler kurzweilig Andeutungen über den emotionalen und geistigen Kontext seiner Bilder, die „innere Bilder“ seien, von denen er nicht wisse, wo sie herkommen, von denen er spüre, dass sie irgendwann „raus müssen“. Die an Bildern so reichen biblischen Psalmen seien Malanlässe, die Landschaften insbesondere die weiten Blicke auf und über der Ostalb seien Anregungen, aber nicht Motive, die er abmale. Als eine Art Motto präsentierte Betzler einen Satz, den ein Freund bei der Betzler-Ausstellung in Trier gesprochen habe: „Was wäre, wenn es sie nicht gäbe – Lichtorte in einer dunklen Welt.“

Wesentlicher Teil des Gesamtkunstwerks Betzler-Vernissage war die Musik, die Matthias Kerle und Axel Nagel mit kunstvollen Liedern, Tango und Blues beisteuerten.

Die Ausstellung ist bis zum 31. Dezember 2021 im Landratsamt zu sehen zu den üblichen Öffnungszeiten (montags bis mittwochs von 8 bis 16 Uhr, donnerstags bis 18 Uhr und freitags bis 12.15).

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