Kunst, die den Fehler offenbart

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Die Künstlerin Sara Förster zeigt ihre "Cyanotypie"-Werke.
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In Aalen zeigt eine Ausstellung beim Kunstverein mit Arbeiten von Sara Förster und Ulrich Bernhardt ab dem 7. Mai, wie Fotografie "Unvorhersehbare" Einsichten gewähren kann. Von Dagmar Oltersdorf

Aalen

Unvorhersehbar - diesen Begriff verbindet heute noch kaum jemand mit Fotografie. Kann doch jeder mit geschultem Auge und einer guten Kamera am Mobiltelefon heute eindrucksvolle Aufnahmen machen. Dass Fotografie und ihre Technik aber ganz unterschiedliche Kunstformen entwickeln kann, zeigt eine Ausstellung, die am Freitag, 6. Mai, beim Kunstverein Aalen eröffnet wird. „Sara Förster & Ulrich Bernhardt: Das Unvorhersehbare“  - so der Titel der Werkschau, die die Arbeiten der beiden Kunstschaffenden in den Dialog stellt. 

Die Ausstellung ist Teil der "Dialog"-Reihe, unter die der Kunstverein Aalen unter seiner neuen Vorsitzenden Ines Mangold-Walter, das Jahr gestellt hat: "Die Aufgabe der Bildenden Kunst, sich gesellschaftskritisch zu äußern, gehört zu den Grundpfeilern der Demokratie", sagt diese. Gerade aber dieser Aufgabe habe während der Pandemie nur sehr schwer erfüllen können. Bei der Ausstellung Förster-Bernhardt würden diese mittels ihrer Arbeiten in einen Dialog treten. "In einen unvorhersehbaren. Das ist das Spannende daran", so die Kunstvereinsvorsitzende.

Sara Förster, die noch als Nachwuchskünstlerin gelte, arbeite nicht mit der klassischen Fotografie, sondern mit dem Material, dass dieser zur Verfügung stehe. Bernhardt, etablierter Künstler aus Stuttgart und Mitinitiator des Künstlerhauses Stuttgart, arbeite wie Förster ebenfalls analog - allerdings mit Doppelbelichtungen. Seine Arbeiten seien stark von einer erzählerischen Komponente geprägt. Die von Sara Förster von geometrisch, abstrakten Formen. Die Arbeiten beider, rund 70 an der Zahl insgesamt, würden zunächst sehr unterschiedlich wirken. Gemeinsam sei ihnen aber, dass sie nicht einen bestimmten Moment einfangen, sondern vielmehr mit Zeitebenen, die ineinandergreifen, so Mangold-Walter. Bei einer Podiumsdiskussion während der Vernissage mit den beiden Kunstschaffenden soll es auch um diese Zeitebenen gehen. "Es ist immer besser, wenn diese selbst über ihre Arbeit sprechen." 

Bei einer ersten Ausstellungsbegehung vorab tut das auch Sara Förster. Die in Würzburg geborene und in Bremen lebende Künstlerin arbeite mit Polaraidpapier - teilweise im Posterformat, aber auch kleinformatiger. Auf diesem lässt sie die Fotochemie auf Licht und Zeit reagieren. "Es beginnt mit einer Art Fehler, den ich dann intensiv bearbeite", erklärt sie ihre grafischen Arbeiten, die mitunter wie Landschaften wirken. "Zufallsmomente" nennt die Künstlerin diese, die dem "Fehler Raum geben".  Geprägt sind die Arbeiten der 1984 geborenen Künstlerin und Fotografin trotzdem von einer starken ästhetischen Stimmigkeit. "Cyanotypie", Lichtspiele mit Kirchenglas, die während eines Stipendiums entstanden sind, Faltungen, die dreidimensionale Kraterlandschaften schaffen  - ihr Umgang mit dem Material zeigt eine große, unvorhersehbare Vielfalt. 

Die Ausstellung wird eröffnet am Freitag, 6. Mai, 19 Uhr, beim Kunstverein Aalen im Alten Rathaus. Öffnungszeiten der Ausstellung:
Mi: 14 – 17 Uhr; Do 15  – 19.30 Uhr (ab 17.30 Uhr „Stunden der Kunst“ mit kostenlosem Eintritt); Fr – So: 10.30 – 17.00 Uhr; Eintritt: 5 Euro, ermäßigt: 3 Euro. 

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